Bekommt Bremen bald weniger Trinkwasser aus Verden?

  • Trinkwasserverband Verden will weniger Wasser nach Bremen liefern
  • Ausfall von einer Million Kubikmetern kann laut SWB nicht einfach kompensiert werden
  • Laut Versorger ist ein Vorlauf von zwei bis drei Jahren nötig
Aus einem Wasserhahn läuft Trinkwasser
Falls Verden wirklich die Trinkwassermenge reduziert, würde Bremen drei Prozent des aktuellen Verbrauchs fehlen. Bild: Imago | Christian Ohde

Der Trinkwasserverband Verden will weniger Wasser nach Bremen liefern. Bremen muss sich deshalb möglicherweise schon ab dem nächsten Jahr neue Quellen suchen. Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne) will zudem den jährlichen Wasserverbrauch der Stadt von rund 32 Millionen Kubikmeter senken.

Weil die Wassergewinnung in der Nähe von Verden der Umwelt schadet, will der Trinkwasserverband die Fördermenge reduzieren. Über einen entsprechenden Antrag muss nun der Landkreis Verden entscheiden. Den Bremer Wasserversorger SWB stellt das vor ein Problem. Eine Million Kubikmeter Wasser – so viel weniger soll Bremen aus Verden bekommen – könnten nicht einfach kompensiert werden, sagte ein Unternehmenssprecher. Dafür brauche es einen Vorlauf von zwei bis drei Jahren.

Kann Bremen auch den Wasserverbrauch senken?

Bremens Umweltsenatorin Maike Schaefer will prüfen lassen, aus welchen Quellen die Stadt stattdessen Trinkwasser bekommen kann. Sie geht davon aus, dass die Versorgung auch in Zukunft gewährleistet wird. Gleichzeitig appelliert sie an die Bürger weniger zu verbrauchen.

Die Bremerinnen und Bremer sind schon sehr gut im Wassersparen, gleichwohl, glaube ich, tun wir alle gut daran zu gucken, welche Möglichkeiten haben wir weiterhin Trinkwasser einzusparen, damit wir nicht diese großen Fördermengen aus Niedersachsen brauchen.

Maike Schäfer blickt in die Kamera.
Maike Schaefer

Zudem, so Schaefer, müsse darüber nachgedacht werden, wie vermehrt Regenwasser sowie Abwasser aus Dusche und Waschbecken genutzt werden können. Das Bremer Trinkwasser wird derzeit ausschließlich aus Grundwasser gewonnen. Der größte Teil wird in Niedersachsen gefördert. Wenn der Trinkwasserverband Verden seine Menge um eine Million Kubikmeter reduziert, fehlen der Stadt Bremen etwa drei Prozent ihres momentanen Gesamtverbrauchs.

Verbrauchen Bremer zu viel Wasser?

Ein Bild eines Gartens mit angeschalteter Sprinkleranlage.

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  • Sven Weingärtner

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 18. September 2019, 21 Uhr