Fragen & Antworten

So vermeiden Sie im Urlaub böse Corona-Überraschungen

Urlaubsbeginn: Aktuelle Regeln für Reiserückkehrer

Audio vom 21. Juli 2021
Mehrere leere Sommerliegen am Strand.
Viele Sommerurlaube sind bereits gebucht. Wer sicher reisen will, sollte sich aber vorab gut informieren. (Symbolbild) Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Trotz steigender Inzidenzen planen viele Bremerinnen und Bremer eine Sommerreise. Damit im Ferienparadies nichts schiefgeht, sollten folgende Fragen vorab geklärt sein.

Anfang Juli hat die Bundesregierung die Reiseregeln gelockert. Für viele Bremerinnen und Bremer ist auch dies ein Grund, trotz wieder steigender Inzidenzen einen Sommerurlaub im Ausland zu buchen. Angesichts der noch immer grassierenden Corona-Pandemie ist dabei eine gute Vorbereitung wichtig. Die wichtigsten sieben Fragen, die sich Reisende schon vor dem Urlaubsantritt stellen sollten, beantworten wir hier.

Genesen, geimpft, nicht geimpft: Ist das für Urlauber wichtig?
Ja. Denn viele Länder unterscheiden bei der Einreise, ob Reisende vollständig gegen Covid-19 geimpft, von Corona genesen oder ungeimpft sind. Je nachdem ist so das Einreisen ohne Corona-Test möglich oder es kann auf eine Quarantäne nach der Einreise verzichtet werden. "Bevor sie ihre Reise buchen, sollten sich Urlauber daher vorab über die Bedingungen vor Ort informieren", sagt Parsya Baschiri, Reiserecht-Experte der Verbraucherzentrale Bremen.
Geimpfte, Genesene oder Negativ-Getestete sollten sich zudem vor der Reise ein EU-Impfzertifikat ausstellen lassen. Es wird unter anderem vom Impfzentrum Bremen ausgestellt. Es kann entweder als Papierausdruck oder abgespeichert in entsprechenden Apps wie zum Beispiel der "CovPass" mit in den Urlaub genommen werden.
Auch am Urlaubsort selbst können mit dem Zertifikat in vielen Fällen Veranstaltungen ohne aktuellen Corona-Test besucht werden. Die Regeln dafür legt allerdings das jeweilige Land selbst fest.
Welche Regelungen gelten in welchem Land?
Die Corona-Regelungen unterscheiden sich je nach Reiseziel. Deutsche Urlauber informiert zum Beispiel das Auswärtige Amt über die vor Ort geltenden Einreisebestimmungen. Die entsprechenden Informationen gibt es auf der Website oder über die "Sicher Reisen"-App des Auswärtigen Amts.
Das Robert Koch-Institut führt darüber hinaus eine aktuelle Liste aller Länder, die als Risikogebiete eingestuft werden.

Die Bundesregierung unterscheidet dabei drei Kategorien von Risikogebieten:
  • Einfache Risikogebiete mit einem erhöhten Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus. Für die Kategorisierung gilt eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 bis unter 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Mit Wirkung zum 1. Juli hat die Bundesregierung Reisewarnungen für diese Gebiete aufgehoben.
  • Hochinzidenzgebiete, in denen das Coronavirus mit Sieben-Tage-Inzidenzen von über 200 besonders verbreitet ist.
  • Virusvariantengebiete, in denen bestimmte Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten.
Fluggäste an Terminal eines Flughafens (Symbolbild)
Flugreisende müssen auch dann ein Testergebnis, einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen, wenn sie nicht aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren. (Symbolbild) Bild: DPA | NurPhoto/Beata Zawrzel
Gelten für Urlaubs-Rückkehrer Nachweispflicht und Quarantäne?
Alle Urlauber, die mit dem Flieger aus dem Urlaub nach Deutschland zurückkehren, müssen vor dem Abflug ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen. Dabei ist egal, ob sie sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten haben.
Für alle andere Einreisenden gilt eine Nachweispflicht innerhalb von 48 Stunden, wenn sie sich zuvor in einem ausländischen Risikogebiet aufgehalten haben. Die darüber hinausgehenden Quarantäne-Regelung hängen wiederum von der Art des Risikogebietes ab:
  • Normales Risikogebiet: Vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete, die aus normalen Risikogebieten nach Deutschland einreisen, müssen nicht mehr in Quarantäne.
  • Hochinzidenzgebiet: Für nicht geimpfte oder nicht genesene Einreisende aus Hochrisikogebieten gilt eine Pflicht für eine 10-tägige häusliche Quarantäne. Sie kann frühestens nach 5 Tagen durch einen negativen Test beenden.
  • Virusvariantengebiet: Für alle Einreisenden aus Mutationsgebieten gilt eine Pflicht für eine 14-tägige häusliche Quarantäne, die nicht verkürzt werden kann. Ein negativer Test ist vor dem Verlassen der Quarantäne Pflicht.
Vor der Rückreise aus Risikoländern ist, mit wenigen Ausnahmen, eine digitale Einreiseanmeldung erforderlich. Diese müssen Urlaubsrückkehrer über die Website www.einreiseanmeldung.de ausfüllen.
Sind Corona-Tests im Ausland kostenlos?
Urlauber, die nicht genesen oder vollständig geimpft sind, müssen zum Nachweis ihrer Gesundheit einen PCR-Test aus dem Labor oder einen Schnelltest aus einem Testzentrum vorweisen. Der dafür notwendige Abstrich darf nicht älter als 48 Stunden sein. "Während solche Tests in Deutschland kostenlos sind, muss das nicht für andere Länder gelten", sagt Parsya Baschiri von der Verbraucherzentrale Bremen.
Der Reiserecht-Experte rät Urlaubern daher dazu, sich vorher gut über Testzentren und Testkosten am Reiseziel zu informieren. "Nachfragen können Urlauber zum Beispiel vorab beim Reiseveranstalter oder bei den Gesundheitsbehörden im jeweiligen Land", sagt Baschiri.
Was tun, wenn ich mich im Urlaub mit dem Coronavirus anstecke?
Wer sich im Urlaub mit dem Coronavirus infiziert, der sollte sich über die Gesetze und Regeln des jeweiligen Landes im Umgang mit Corona-Fällen bewusst sein. "Für PCR-Test, Quarantäne und so weiter gelten dann im Zweifel die gleichen Kriterien wie für andere Corona-Fälle im Land auch", sagt Reiserecht-Experte Parsya Baschiri.
Urlauber, die eine Pauschalreise gebucht haben, sollten in einer solchen Situation direkt den Reiseveranstalter kontaktieren. "Individualurlauber müssten sich vor Ort an das Gesundheitsamt oder die zuständige Behörde wenden", rät der Experte.
Die Stiftung Warentest rät Reisenden zudem, Auslandskrankenversicherungen dahingehend zu prüfen, ob eine Corona-Erkrankung abgedeckt ist. Schutzangebote der Reiseveranstalter selbst seien für den Versicherungsschutz im Ausland nicht ausreichend, betonen die Experten.
Ein Paar sitzt an einem Hotelpool auf einer Sonnenliege.
Ein Paar am Swimmingpool – Pauschalurlauber haben es im Stornierungsfall einfacher. Bild: DPA | Benjamin Nolte
Was gilt, wenn ein Land während des Urlaubs zum Hochinzidenzgebiet wird?
Hier kommt es auch darauf an, um was für eine Reise es sich handelt. Bei Pauschalreisenden sei der Reiseveranstalter erster Ansprechpartner, sagt Parsya Baschiri von der Verbraucherzentrale Bremen. "Denn der organisiert die Reise und bringt sie wieder sicher nach Hause. Es sei denn, die Behörden sagen, Sie müssen im Land verbleiben."
Individualreisende, die keinen Reiseveranstalter haben, könnten sich hingegen ans Auswärtige Amt wenden, um eine Lösung finden. "Die App, die vom Auswärtigen Amt angeboten wird, enthält auch Ansprechpartner vor Ort", sagt der Experte.
Der Grundsatz sei aber, dass sich Reisende selbst um Rückflüge kümmern müssten, sagt Baschiri. "Letztendlich reist man auf eigenes Risiko."
Was gilt, wenn ein Land nach der Buchung zum Hochinzidenzgebiet wird?
Auch hier sind Pauschalreisende in einer besseren Position als Individualurlauber. "Wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht, haben Pauschalreisende in der Regel die Möglichkeit, kostenlos zu stornieren", sagt Reiserecht-Experte Parsya Baschiri.
"Bei einer Individualreise sagt der Hotelier, das Hotel steht hier, die Leistung wartet auf Sie, sie muss bezahlt werden", sagt Baschiri. Die Fluggesellschaft würde ebenso argumentieren. Ein anderer Fall sei es, wenn tatsächlich ein "Einreiseverbot" ausgesprochen würde und die Urlauber faktisch nicht mehr ins Land einreisen könnten. "Das würde auch zur kostenlosen Stornierung berechtigen."
Wer beim Buchen sicher gehen will, dass auch eine kurzfristige Stornierung bis 14 Tage vor Reiseantritt möglich bleibe, für den böten Reiseanbieter inzwischen so genannte Flex-Tarife an, sagt Baschiri. Je nach Reiseziel sind dafür allerdings Preisaufschläge von bis zu 350 Euro verbunden.

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Video vom 28. Juni 2021
Ein Mann mit Glatze und Brille steht vor einem Reisebüro und wird interviewt.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 21. Juli 2021, 17:00 Uhr