Airbus-Beschäftigte protestieren in Bremen gegen Umbaupläne

  • Beschäftigte von Airbus demonstrieren in Bremen und an anderen Standorten
  • Airbus will Teile verkaufen und eine neue Struktur im Konzern schaffen
  • Konzern will damit schneller und günstiger produzieren
Vor dem Bremer Airbus Werk demonstrieren hunderte Beschäftigte der Elektro- und Metallindustrie.
Vor dem Bremer Airbuswerk wollen Beschäftigte gegen die Pläne der Konzernführung demonstrieren. (Archiv) Bild: Radio Bremen

In Bremen und an anderen nordeutschen Airbus-Standorten haben Beschäftigte des Unternehmens und von Zulieferer Premiums Aerotec demonstriert. In Varel war mit 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine komplette Frühschicht auf dem Firmengelände zusammengekommen.

In Varel sind die Flugzeugbauer besonders nervös, weil sie fürchten, dass ihre Arbeitsplätze bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec durch einen Verkauf langfristig in Billiglohnländer verlagert werden, statt im Mutterkonzern zu bleiben. "Finger weg von Varel" und "Wir halten zusammen" war auf den roten Plakaten zu lesen. An allen deutschen Standorten stellt die Belegschaft sich deshalb gegen entsprechende Pläne des Airbus-Managements.

Start der Proteste in Bremen am Mittag

In Nordenham und in Stade starteten die Proteste von IG-Metall und Betriebsräten etwas später, in Bremen haben sie am Mittag begonnen. Überall sind die Flugzeugbauer alarmiert, seit Airbus vor rund vier Wochen angekündigt hatte, dass die Flugzeugproduktion in Deutschland und Frankreich neu aufgestellt werden soll.

Airbus will Teile seines zivilen Flugzeugbaus umbauen – was besonders die bisherige Konzerntochter Premium Aerotec trifft. Betriebsräte und Gewerkschaft sprechen von einer "Zerschlagung". Sie sehen Tausende Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr. Premium Aerotec produziert bisher in Nordenham, Varel und Bremen und liefert von dort aus den großen Airbus-Werken unter anderem in Hamburg und Bremen zu.

IG-Metall: Airbus-Standorte werden geschwächt

Am Mittwoch will die Airbus-Führung die Betriebsräte über Details ihrer Pläne informieren. Dabei ist ein Ziel, die Herstellung großer Rumpfteile zu bündeln, um so schneller und billiger zu werden. Die IG Metall hat bereits weiteren Widerstand angekündigt: Das Unternehmen habe bisher die Sinnhaftigkeit der geplanten Veränderungen nicht erklären können. Die deutschen Airbus-Standorte würden "gezielt geschwächt", und stattdessen die französischen Werke gestärkt, sagt die Gewerkschaft.

Rückblick: 1.100 Metaller streiken vor dem Bremer Airbus-Werk

Video vom 16. März 2021
Am Bremer Standort von Airbus demonstrieren Beschäftigte für mehr Geld.
Bild: Radio Bremen | Jens Otto
Bild: Radio Bremen | Jens Otto




Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 18. Mai 2021, 9 Uhr