Senat erlaubt "Terminshopping" in Bremen

  • In Bremen bald einzelne Kunden mit Termin zugelassen
  • Keine Lockerung in Bremerhaven
  • Ab wann die Regelung gilt, ist noch unklar
Eine Verkäuferin empfängt eine Kundin an der Ladentür (Symbolbild)
Bald sollen wieder Kunden in die Bremer Geschäfte kommen dürfen. Bild: DPA | Sven Simon/Frank Hoerman

Der Bremer Senat hat leichte Lockerungen für den Einzelhandel beschlossen. In Kürze sollen einzelne Kunden wieder in Geschäfte gehen können – aber nur mit vorheriger Terminvereinbarung. Dann sollen beispielsweise Beratung und die Anprobe von Kleidung wieder möglich sein. Wieviel Kunden in den jeweiligen Laden dürfen, hängt von der Personalgröße ab. Pro Verkäufer darf nur ein Kunde ins Geschäft. Zudem muss eine Namensliste geführt werden. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) spricht von einem positiven Zeichen für Kunden und Einzelhändler.

Wichtig ist, dass es ein psychologisches Signal ist – für den Einzelhändler, aber auch für die Bevölkerung. Die sehnen sich ja alle nach ein bisschen Normalität

Kristina vogt im interview zu den Gesetzesänderungen beim Landesmindestlohn
Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke)

Ab wann die Regelung gilt – schon am Wochenende oder erst in der nächsten Woche – ist noch unklar. Nach Angaben der Wirtschaftsbehörde muss noch die Bürgerschaft oder der Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuss dem Senatsbeschluss zustimmen. Sollte das bis Freitag passieren, wäre ab Samstag das "Terminshopping" möglich.

Lob von der Handelskammer, Kritik von der FDP

Bei der Handelskammer Bremen kommt die Entscheidung des Senats gut an. Sie hatte den entsprechenden Vorschlag dazu gemacht. Für die Einzelhändler sei das ein wichtiges Signal, sagte IHK-Sprecher Stefan Offenhäuser.

Kritik äußert dagegen die FDP. Der stellvertretende Landesvorsitzende Volker Redder beschreibt die Lockerung als eine "Regelung aus Absurdistan". Er halte sie für realitätsfremd und wirtschaftsfeindlich, teilte Redder mit.

Welcher Unternehmer wird sein Geschäft für eine winzig kleine Anzahl von Kunden und einen entsprechenden Mini-Umsatz öffnen, wenn er sich ausrechnen kann, dass er durch die Öffnung mehr Geld verliert, als wenn das Geschäft geschlossen bleibt.

Volker Redder, stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Bremen

Bremen ist nicht das erste Bundesland mit einer solchen Regelung, in Rheinland-Pfalz ist "Terminshopping" seit Montag möglich. Bremerhaven ist zunächst außen vor. Wegen des höheren Inzidenzwerts bleiben die bisherigen Regeln bestehen. Bis zum 12. März werde es keine Lockerungen geben, kündigte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) am Montag an.

Handelskammer zum Termineinkauf – lange Durststrecke hat ein Ende

Video vom 2. März 2021
Stefan Offenhäuser von der Handelskammer Bremen ist im Porträt zu sehen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. März 2021, 19:30 Uhr