Wohnungsnot in den Städten – Überangebot auf dem Land

  • In Städten werden laut einer Studie zu wenig Wohnungen gebaut
  • Bremen schneidet besser ab als einige niedersächsische Städte
  • Auf dem Land dagegen gibt es zu viele Wohnungen
Drei Männer bei der Arbeit auf einer Großbaustelle für neue Eigentums- und Sozialwohnungen.
In Städten werden zu wenig Wohnungen gebaut, besagt die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Auch in Bremen – die Lage ist hier aber besser als in anderen Städten. Bild: DPA | Winfried Rothermel

In einigen Ballungsräumen in Niedersachsen werden laut einer Studie viel zu wenige Wohnungen gebaut – in Bremen dagegen sieht die Lage gar nicht so schlecht aus. Dort sei der jährliche Bedarf an Neubauwohnungen seit 2016 zu 86 Prozent gedeckt, heißt es in der Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. In Braunschweig dagegen sei der Bedarf nur zu rund einem Drittel gedeckt (35 Prozent).

Die Autoren verglichen die Zahl der in den vergangenen drei Jahren fertiggestellten Wohnungen mit dem Bedarf. Diesen schätzten sie anhand von Faktoren wie der Bevölkerungsentwicklung und den Leerständen. Auch in anderen Städten Niedersachsens werden die Wohnungen demnach knapp. So wurden in der Region Hannover nur 59 Prozent der Wohnungen gebaut, die nötig gewesen wären. In Osnabrück waren es 63 Prozent. Wolfsburg gelang fast eine Punktlandung mit 102 Prozent – und in der Stadt Oldenburg seien mit 112 Prozent sogar einige Wohnungen zu viel auf dem Markt.

Zu viele Wohnungen in ländlichen Regionen

Das Oldenburger Problem sieht die Studie auch für die ländlichen Regionen. In Schaumburg etwa seien fast doppelt so viele Wohnungen fertiggestellt worden wie benötigt, das Verhältnis von Fertigstellungen und Bedarf lag dort bei 190 Prozent. Auch im Emsland (143 Prozent) und in Friesland (178 Prozent) wurde den Berechnungen zufolge deutlich zu viel gebaut.

Wohnungsmangel in den Metropolen und ein Überangebot auf dem Land: Damit spiegelt die Lage in Niedersachsen das Bild wider, das die Studienautoren Ralph Henger und Michael Voigtländer auch bundesweit zeichnen.

Städte müssen Mietenentwicklung bremsen

Als Gründe für die Misere in den Ballungsräumen werden der hohe Zuzug in die Städte, das knappe Personal in Bauämtern, strenge Vorschriften und der Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft genannt.

Die Städten müssten sich anstrengen, um die Mietenentwicklung zu bremsen, mahnen die Autoren. Entscheidend hierfür sei in den Metropolen die Bereitstellung von Bauland, um Investoren anzulocken. Wichtig sei auch ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, um die Anbindung benachbarter Regionen an die Großstädte zu verbessern.

Für den ländlichen Raum gelte dagegen der Grundsatz "Umbau vor Neubau". In einem Drittel der ", heißt es in der Studie.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 22. Juli 2019, 6 Uhr