Streik bei der Lufthansa: Am Flughafen Bremen fallen 34 Flüge aus

  • Flüge von und nach Frankfurt und München sind betroffen
  • Nur drei Lufthansa-Flüge starten am Donnerstag in Bremen
  • Insgesamt fallen 19 Flüge von und nach Bremen aus
Lufthansa-Flugzeug am Bremer Flughafen wird zur Startbahn geschoben.
Auch am Bremer Flughafen werden Passagiere voraussichtlich vom Lufthansa-Streik betroffen sein.

Bei der Lufthansa fallen wegen des Streiks Donnerstag und Freitag insgesamt 1.300 Flüge aus. Auch Bremen ist betroffen. Hier fallen Verbindungen von und nach München und Frankfurt aus. Schon am Mittwochabend war die späte Maschine aus München betroffen.

Lufthansa-Passagiere, die Donnerstag oder Freitag von Bremen nach München oder Frankfurt fliegen wollten, müssen sich womöglich nach einer Alternative umschauen. Denn vom Bremer Airport fallen heute vier von fünf Abflügen nach Frankfurt aus. Auf der Strecke nach München werden nur zwei von sieben Maschinen starten. Insgesamt fallen heute 19 Flüge von und nach Bremen aus. Am Freitag sind es 15 Flüge. Von Bremen nach Frankfurt geht dann gar nichts mehr. Und nur vier von sieben Abflügen nach München finden statt. So steht es im Not-Flugplan der Lufthansa.

Tickets umtauschen

Ähnliche Ausfälle melden auch die Flughäfen in Hannover und Hamburg. Die Lufthansa bietet an, Passagiere auf Verbindungen in den kommenden zehn Tagen umzubuchen. Flugtickets können aber auch online in eine Bahnfahrkarte umgetauscht werden. Bundesweit sind 180.000 Passagiere betroffen, teilte der Konzern mit.

Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte einen Eilantrag von Lufthansa gegen den Streik der Gewerkschaft abgelehnt. Auch das Landesarbeitsgericht sieht den Streik als rechtmäßig an und wies die Berufung der Lufthansa ab. UFO will das Unternehmen mit einem 48-Stunden-Ausstand an den Verhandlungstisch zwingen.

Streiks auch bei Tochtergesellschaften möglich

Grundsätzlich möglich sind Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie bei vier weiteren Flugbetrieben mit deutschem Tarifrecht. Das sind Eurowings Deutschland, Germanwings, Lufthansa Cityline sowie SunExpress. Für alle fünf Flugbetriebe mit zusammen mehr als 25.000 Flugbegleitern hat die UFO jeweils separate Tarifforderungen aufgestellt und sich in Urabstimmungen die Zustimmung der Mitglieder zu Streiks geholt.

Lufthansa erkennt den noch am Freitag bestätigten Gewerkschaftsvorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen mit der UFO seit Monaten ab. Die DGB-Gewerkschaft Verdi stünde als Alternative zu Verfügung, hatte aber in der Vergangenheit nicht die Mehrheit der Beschäftigten hinter sich. Die kleine Spartengewerkschaft hat erhebliche interne Auseinandersetzungen hinter sich. Nach gegenseitigen Untreue-Vorwürfen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind aus dem einst siebenköpfigen Vorstand nur noch die Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihr Stellvertreter Daniel Flohr übrig.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 4. November 2019, 17 Uhr