Bremens Sozialsenatorin nennt Absage für Flüchtlingsaufnahme "herzlos"

  • Thüringen darf keine weiteren 500 Flüchtlinge aufnehmen
  • Das hat Bundesinnenminister Hosrt Seehofer (CSU) entschieden
  • Notleidenden müsse geholfen werden können, so Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne)
Anja Stahmann (Grüne)
Laut Sozialsenatorin Anja Stahmann sollte es für die Bundesländer möglich sein, Hilfsangebote für Flüchtlinge zur Entlastung umzusetzen. Bild: Radio Bremen

Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) hat die Entscheidung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kritisiert, auch Thüringen keine zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingen zu gestatten. Thüringen wollte eigentlich 500 Menschen aus Flüchtlingslagern in Griechenland die Einreise ermöglichen.

Stahmann nannte die Haltung Seehofers "herzlos und unchristlich". Der Bund täte gut daran, humanitäre Hilfe für gestrandete Menschen zu fördern, statt sie zu blockieren. Stahmann, die auch amtierende Vorsitzende der Integrationsministerkonferenz ist, verwies auf die bisher unabgestimmte Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Solange es dort keine klare Haltung und abgestimmte Hilfe zum Beispiel für Griechenland gebe, könnten Hilfsangebote der Bundesländer wenigstens für Entlastung sorgen.

Ich verstehe nicht, wie man sich der Bereitschaft der Länder verschließen kann, den Menschen in größter Not zu helfen.

Anja Stahmann, Sozialsenatorin (Grüne)

Seehofer hatte bereits dem Land Berlin die Aufnahme von 300 Flüchtlingen verweigert. Als Grund nannte der Innenminister, dass es bereits ein ähnliches Programm der Bundesregierung gebe und es zu rechtlichen Problemen kommen könnte.

Neuer Corona-Ausbruch in Bremer Flüchtlingsunterkunft

Video vom 17. Juni 2020
Die Außenfassade des Wohnheims im Stephaniviertel.
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 7. August 2020, 16 Uhr