Ende einer Traditionswerft: SSW Bremerhaven ist endgültig Geschichte

Das Insolvenzverfahren gegen die Bremerhavener SSW-Werft wird endgültig eingestellt – 17 Jahre nach der Eröffnung. Es ging um 50 Millionen Euro Schulden.

Demonstrierende Arbeiter nmit Transparent "SSW muss bleiben"
2003, kurz nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, demonstrierten die SSW-Arbeiter für ihr Unternehmen. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Die SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH aus Bremerhaven ist endgültig Geschichte. Heute kündigte das Amtsgericht Bremerhaven nach dem Schlusstermin an, das bereits 2002 eröffnete Insolvenzverfahren endgültig einzustellen. Vorher hatte der Insolvenzverwalter seine Schlussbilanz vorgelegt.

Demnach steht das Unternehmen bei seinen Gläubigern mit gut 50 Millionen Euro in der Kreide. Auf der Guthabenseite steht ein Restvermögen von 184.000 Euro. Da dieses Geld nicht einmal reicht, um die Verfahrenskosten zu decken, wird das Verfahren mangels Masse eingestellt. Es gilt als eines der größten jemals in Bremerhaven durchgeführten Insolvenzverfahren.

Auch die letzte Nachfolgegesellschaft der insolventen Werft, die SSW Shipyard, ist seit 2009 in der Abwicklung. Voraussichtlich endet dieses Insolvenzverfahren 2020.

Werft-Geschichte begann 1876

Der Stapellauf eines Containerschiffes auf der SSW Fähr- und Spezialschiffbauwerft GmbH in Bremerhaven am 23.3.2002.
Dieser Neubau gehörte 2002 zu einer Serie von sechs Containerschiffen, die von der Hamburger Reederei E.R. Schifffahrt in Auftrag gegeben wurden. Bild: DPA | Andreas Wrede

Mit der Insolvenz geht eine Geschichte zuende, die vor 143 Jahren begann. Damals gründete Georg Seebeck im damals preußischen Geestemünde eine Kupferschmiede, die auch kleinere Metallboote fertigte. Er hatte damit großen Erfolg, baute die Werft weiter aus und hatte bald 150 Mitarbeiter.

1928 kam die Werft zur Bremer AG Weser. 1987 gelangte sie dann in den Werften-Verbund des Bremer Vulkan. Hier fusionierte sie schließlich mit der Bremerhavener Schichau-Werft zur Schichau-Seebeck-Werft.

Als der Bremer Vulkan in den 1990er Jahren ins Wanken geriet, musste 1996 auch die SSW Konkurs anmelden. Als Neugründung folgte daraufhin die SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH, deren Geschichte nun zuende geht. Das letzte Schiff wurde 2007 mit dem Containerschiff "Anne Sibum" abgeliefert.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 21. August 2019, 15 Uhr