Bremens Regierungschef: Nahles soll jetzt schon Führung übernehmen

  • Sieling: Nahles sei die Richtige, um die Partei wieder zusammenzuführen
  • Bremens Bürgermeister fordert, dass die Personaldebatte in der SPD beendet werden müsse
  • SPD-Präsidium und Vorstand beraten heute über das weitere Vorgehen
Bürgermeister Carsten Sieling
Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD).

Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) hat sich für eine kommissarische Übernahme des SPD-Parteivorsitzes durch Andrea Nahles ausgesprochen. Sie sei die Richtige, um die Partei in dieser schwierigen Situation wieder zusammenzuführen und das Profil der SPD zu schärfen, sagte Sieling am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Darum ist es auch richtig, dass sie gerade in diesen für die SPD wichtigen Wochen die Stimme der Partei ist und auch jetzt schon Führung und Verantwortung übernimmt." Präsidium und Vorstand der Sozialdemokraten wollten am Dienstag in Berlin über das weitere Vorgehen beraten.

Davon unabhängig obliege die Wahl der Vorsitzenden natürlich dem Bundesparteitag, sagte Sieling. Er mahnte, die Personaldebatten um die Führung der SPD müssten jetzt beendet werden. Es gelte, nach vorn zu schauen. "Wir müssen uns auf die Entscheidung über die Regierungsbildung konzentrieren, und die Beratung des Koalitionsvertrages ist die nun vor uns liegende Hauptaufgabe."

Es sei wichtig, in der SPD, aber auch in der Bevölkerung selbstbewusst für den Koalitionsvertrag zu werben, in dem viele Dinge vereinbart worden seien, für die die SPD lange gekämpft habe.

Die Bremer SPD-Vorsitzende Sascha Aulepp hat sich hingegen für ein satzungsgemäßes Verfahren ausgesprochen. Ein solches Verfahren sieht vor, dass einer der sechs Stellvertreter des derzeitigen SPD-Chefs Martin Schulz dessen Amt übernimmt. Andrea Nahles ist zwar Fraktionschefin der SPD, aber weder Mitglied des Präsidiums noch des Parteivorstands.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 13. Februar 2018, 14 Uhr