Bau des "Seute Deern"-Nachfolgers droht zu platzen

Doch kein Geld vom Bund für einen Dreimaster-Nachbau in Bremerhaven?

Eine Animation zeigt ein Segelschiff in einem Hafenbecken.
Bild: judel/vrolijk
Bild: judel/vrolijk
  • Rechnungshof sieht kein Bundesinteresse am Bau eines "Seute Deern"-Nachfolgers
  • Bremerhaven würde damit viel Geld für das Projekt verloren gehen
  • Das Land Bremen plant, das Schiff "Najade" für 46 Millionen Euro nachzubauen

Der geplante Nachbau des Stahlschiffes Najade in Bremerhaven droht zu platzen. Nach dem Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen hat nun auch der Bundesrechnungshof Kritik an dem Projekt geäußert.

Der Bundesrechnungshof stellt in einem nicht öffentlichen Zwischenbericht den Nutzen dieses Neubaus infrage. Ähnlich beurteilt das der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen und sieht sich durch den Bundesrechnungshof bestätigt. Die Mittel seien damals für die Seute Deern bewilligt worden, so ein Sprecher des Steuerzahlerbundes zu buten un binnen. Jetzt gehe es offenbar nur noch darum, das Geld für irgendein Schiff zu bekommen, egal für welches.

Wir haben reichlich maritimes Kulturerbe. Dazu müssen wir nicht noch einen Disney-Nachbau eines Schiffes machen, das die Deutschen mit ihrem U-Boot selbst im Atlantik abgeschossen haben und das auf dem Grund des Meeres liegt. Das ist sowas von überflüssig. Bremerhaven hat wirklich an jeder Stelle andere Bedarfe als diese Ausgabe.

Carl Kau, Bund der Steuerzahler

Schmidt und Beckmeyer rechnen nicht mit Stopp

Der Bremerhavener Bundestagsabgeordnete Uwe Schmidt (SPD), der an der Freigabe der 46 Millionen Euro vom Bund beteiligt war, rechnet allerdings nicht mit einem Stopp des Projekts. Die Prüfung sei ein ganz normaler Vorgang.

Auch Uwe Beckmeyer (SPD), der von Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD) zum "Seute Deern"-Koordinator ernannt worden war, sieht das Projekt noch nicht gescheitert. "Bremerhaven hat mit Unterstützung des Deutschen Schifffahrtsmuseums Mitte dieses Jahres einen wunderbaren Antrag geschrieben, unterlegt auch mit einer Finanzierbarkeit der nächsten 20 Jahre", so Beckmeyer. "Da merkt man, da ist sehr sauber und sehr gut gearbeitet worden. Und das, denke ich, wollen wir in Berlin auch weiter durchsetzen."

Bericht nicht bindend

Mit seinem Abschlussbericht kann der Bundesrechnungshof dem Haushaltsausschuss des Bundes Empfehlungen geben. Die sind allerdings nicht bindend.

Das Land Bremen plant als neue Attraktion des Museumshafens, den Dreimaster "Najade" von 1888 für 46 Millionen Euro nachzubauen. Der Bund hatte das Geld bereitgestellt. Die "Seute Deern" ist nach einem Wassereinbruch und einem Brand inzwischen abgewrackt.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 7. Oktober 2021, 8 Uhr