Ermittlungen gegen Bremer Seniorenheim: Bewohner zu wenig geschützt?

  • Mehrere Corona-Fälle in Einrichtung in Bremen-Osterholz
  • Staatsanwaltschaft ermittelt
  • Möglicherweise Ermittlungen auch in Findorff
Die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes stützt einen Senioren, der an einem Rollator läuft.
In einer Pflegeeinrichtung in Bremen-Osterholz hat das Sozialressort mit einem Belegungsstopp und Quarantäne auf einen Corona-Ausbruch reagiert (Symbolbild). Bild: DPA | Bodo Marks

Am vergangenen Wochenende hat es in mehreren Pflegeeinrichtungen in der Region neue Coronafälle gegeben. Die Bremer Staatsanwaltschaft hat inzwischen gegen eine Pflegeeinrichtung in Bremen-Osterholz Ermittlungen eingeleitet.

Anfang Mai hatten sich dort zunächst zwölf Bewohner und ein Mitarbeiter mit dem Virus infiziert. Knapp eine Woche später waren es 19 Infizierte. Das zuständige Sozialressort hatte deswegen eine Quarantäne und einen Belegungsstopp für die Seniorenresidenz verhängt. Sie bemängelte schon seit Anfang April unter anderem die Hygiene in der Einrichtung und nicht ausreichende Pflege der Bewohner.

Belegungsstopp in Bremer Seniorenresidenz verhängt

In Hagen im Landkreis Cuxhaven wurden elf weitere Corona- Fälle aus einem Alten- und Pflegeheim gemeldet. Die Kreisverwaltung stehe in engem Kontakt zu der Einrichtung in Hagen, heißt es von der Behörde. Warum es zum Ausbruch kam, werde derzeit untersucht. Das Pflegeheim wird dabei intensiv vom Gesundheitsamt unterstützt.

Bei einem weiteren Pflegeheim in Bremen-Findorff wird aktuell noch geprüft, ob ein Ermittlungsverfahren aufgenommen wird, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dort hatten sich insgesamt 24 Bewohnerinnen und Bewohner sowie elf Beschäftigte mit dem Virus infiziert.

So belastend ist die Isolation in Pflegeheimen

Video vom 23. April 2020
Ein Altenpfleger mit Mundschutz sitzt mit einem alten Mann im Rollstuhl zusammen.
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 18. Mai 2020, 16 Uhr