Bremer Senat beschließt Öffnung der Kitas, Schulen und Gaststätten

Auch die Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen sollen wieder Gäste empfangen dürfen. Das Pflegepersonal erhält Boni. Die Beschlüsse des Bremer Senats im Überblick.

Video vom 12. Mai 2020
Eine Aufnahme der Bremer Obernstraße.
Bild: Radio Bremen

1 Bremer Kneipen und Restaurants öffnen wieder

Bremens Gaststätten und Hotels dürfen ab kommenden Montag, 18. Mai, wieder öffnen. Auch Bremens Ferienwohnungen und Campingplätze sollen dann wieder Gästen offenstehen. Allerdings muss vorerst jeder Gast seine Kontaktdaten hinterlassen und der Gastwirt diese Daten drei Wochen aufbewahren. So soll sichergestellt werden, dass sich mögliche Corona-Infektionsketten zurückverfolgen lassen. Das hat Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) bei der Senatspressekonferenz erklärt.

Zudem, so Vogt, sollen strenge Hygiene-Vorschriften greifen. Nicht nur, dass jeder Gastwirt, der sein Lokal öffnen möchte, ein Hygiene- und Arbeitsschutzkonzept vorlegen muss. Sämtliche Tische müssen außerdem mindestens zwei Meter voneinander entfernt stehen, die Gäste einen Abstand von mindestens 1, 5 Metern zueinander wahren. Auch besteht zudem eine Sitzplatzpflicht. Büfetts dürfen Gastwirte ihren Gästen nicht anbieten.

2 Fahrplan für Kitas und Schulen

Blick in ein Spielzimmer einer Kita mit einem leeren Tisch und Stühlen (Symbolbild)
Gut möglich, dass auch an diesem Kita-Tisch bald wieder Kinder sitzen werden. Bild: DPA | Markus Gilliar

Mit dem 18. Mai erweitert Bremen auch seine Angebote in den Kindertagesstätten. Das hat Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) bei der Senatspressekonferenz erklärt. Wird in den Kitas derzeit lediglich eine Notbetreuung gewährleistet, so sollen ab kommendem Montag auch Kinder mit Sprach- und Frühförderbedarf wieder in die Kita dürfen, ab dem 1. Juni zusätzlich alle Vorschulkinder.

Ab dem 15. Juni sollen die nächsten Schritte in Richtung Regelbetrieb unternommen werden: mit Angeboten für drei- bis fünfjährige Jungen und Mädchen sowie mit einem Ausbau der Unter-Dreijährigen-Betreuung.

Schülerinnen laufen mit genügend Abstand durch den Flur einer Schule (Symbolbild)
Spätestens ab dem 25. Mai sollen wieder alle Bremer Schüler zwei Tage wöchentlich zur Schule gehen. Bild: DPA | Paul Zinken

Spätestens ab dem 25. Mai soll es für jeden Bremer Schüler, egal welcher Jahrgangsstufe, wieder an zwei Tagen pro Woche, Präsenzunterricht in der Schule geben, für insgesamt acht Stunden in der Woche. Die volle Unterrichtszeit, so Senatorin Bogedan, könne nicht angeboten werden, weil der Unterricht aufgrund der Abstandsregelungen maximal in Halbgruppen erfolgen dürfe.

Schon ab dem 18. Mai sollen Grundschüler wieder in den Schulen unterrichtet werden. Ab dem 15. Juni können Bogedans Plan zufolge wieder 50 Prozent aller Schüler zugleich in den Schulen unterrichtet werden: in wechselnden Schichten.

3 Besuch in Alten- und Pflegeeinrichtungen erlaubt

Zwei Angehörige besuchen in einem Pflegeheim eine Angehörige, die im Rollstuhl sitzt (Symbolbild)
In Pflegeeinrichtungen, die ein entsprechendes Konzept erarbeitet haben, dürfen die Bewohner wieder Gäste empfangen. Bild: DPA | Jonas Güttler

"Soziale Isolation führt zu Härten, macht Menschen krank", hat Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Die Grünen) bei der Senatspressekonferenz gesagt. Nach Rücksprache mit Wohlfahrtsverbänden lockert Bremen daher die Kontaktbeschränkungen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Pflegeheime, die bereits ein Besuchskonzept vorgelegt haben, dürfen ihre Einrichtungen bereits ab Mittwoch für Gäste öffnen. Alle übrigen sind aufgefordert, ein Konzept zu erarbeiten, auf dessen Grundlage die Heimbewohner spätestens ab dem 25. Mai wieder Besucher empfangen dürfen.

Wie Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard erklärte, gibt es in Bremen derzeit vier Pflegeeinrichtungen mit Corona-Fällen. In zwei davon gehe allerdings nur um "Einzelfälle bei Beschäftigten".

Bernhard sagte zudem, dass sowohl den Beschäftigten der Altenhilfe als auch dem Pflegepersonal in Krankenhäusern mit Unterstützung des Bundes ein Bonus in Höhe von 1.500 Euro gezahlt wird. Vor allem aber dringe Bremen auf einheitliche Tarife in der Pflege.

Mitschnitt der Pressekonferenz über neue Lockerungen

Video vom 12. Mai 2020
Claudia Bogedan und Andreas Bovenschulte mit Gebärdendolmetscherin
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Mai, 19.30 Uhr