Fahrradroute am Bremer Wall: Senatorin will mit Kritikern reden

  • Auch Umweltschützer und Klimaaktivisten sollen eingeladen werden
  • Handelskammer hatte mit Abbruch aller Arbeitskreise gedroht
  • Wall soll teilweise Radweg und für Autos zur Einbahnstraße werden
Video vom 22. Juni 2020
Die Straße am Wall soll Bremens erste Fahrrad-Premiumroute entstehen.
Bild: Radio Bremen

Bremens Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) hat der Handelskammer angeboten, noch einmal über das umstrittene City-Radwegprojekt "Wallring" zu sprechen. Dazu will Schaefer aber weitere Interessensverbände aus dem Bereich der Verkehrs- und Klimapolitik einladen. Die Handelskammer hatte damit gedroht, aus allen Arbeitskreisen mit dem Umweltressort auszusteigen.

Vertreter der Handelskammer hatten sich darüber geärgert, dass Schaefer die geplante Einbahnstraßenregelung zugunsten der Radler am Innenstadtrand nicht vorher mit ihnen abgesprochen hatte. Handelskammer-Geschäftsführer Andreas Otto nannte das "schlechten Stil". Jetzt hat Schaefer Handelskammer und City-Initiative angeboten, nochmals über das Thema zu sprechen, will aber auch den Fahrradclub ADFC, die Umweltschützer vom BUND und das Klimabündnis "Friday for Future" mit am Tisch haben.

"Premiumroute Wallring" sei durch mehrere Beschlüsse demokratisch legitimiert

Die bisherigen Gesprächsformate zwischen ihrem Ressort und der Handelskammer komplett zu beenden, hält die Senatorin für keine gute Idee. Die Ressortchefin stellte aber klar: Das Projekt "Premiumroute Wallring" sei durch mehrere Beschlüsse von Senat und Deputation demokratisch legitimiert. Den vorhandenen Geh- und Radweg Am Wall auszubauen, sei nicht möglich. Die Wallanlagen sind denkmalgeschützt. Die Bäume dort können nicht abgesägt werden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 22. Juni 2020, 18 Uhr