Bremens schwierigste Stadtteile: Kontroversen um Sielings Antwort

Carsten Sieling antwortete mit Oberneuland und Schwachhausen. Er wünscht sich mehr Engagement der wohlhabenden Bewohner. Aber was sagen die anderen Kandidaten?

Ein Schild wo "schwierige Stadtteile" drauf steht.

Erst zögerte Carsten Sieling etwas, dann gab Bremens Bürgermeister bei buten un binnen eine knappe Antwort auf die Frage, was Bremens schwierigste Stadtteile sind: "Schwachhausen und Oberneuland."

Dort gibt es viele Menschen, die viele Ressourcen haben und die ich bitte, mehr davon für das Allgemeinwesen aufzuwenden.

Carsten Sieling (SPD), Bürgermeister

Damit löste er für seine Verhältnisse erhebliche Verwerfungen aus. Denn die Antwort, die der meist zurückhaltende SPD-Politiker auf die Frage gab, war unerwartet – und kam bei vielen gar nicht gut an.

Röwekamp und Bovenschulte streiten auf Twitter

Auch zwischen zwei Bremer Politikern entwickelte sich am Wochenende eine lebhafte Diskussion. So kritisierte der Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Thomas Röwekamp, auf Twitter zwar Sielings Aussage, konnte aber nicht sagen, was der CDU-Spitzenkandidat, Carsten Meyer-Heder, auf dieselbe Frage geantwortet hatte. "Ich tippe mal darauf, dass Herr Meyer-Heder Gröpelingen, Tenever oder Lüssum als 'schwierigste Stadtteile' genannt hat. Business as usual halt", vermutete SPD-Bürgerschaftskandidat Andreas Bovenschulte. Zwischen den beiden entwickelte sich in der Folge ein munterer Schlagabtausch.

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Im Talkformat "Weser-Strand" bezeichnete Sieling seine Aussage am Freitagabend als "überspitzt". Er habe nicht die erwartete Antwort auf die Frage geben wollen. Er erklärte, dass er sich von den wohlhabenderen Bewohnern der beiden Stadtteile mehr Engagement für das Gemeinwohl wünsche. Ihn nerve es, dass Stadtteile wie Gröpelingen, Tenever oder Blumenthal stigmatisiert würden. Und tatsächlich fiel der Name Gröpelingen beim "Kandidatenchek" besonders oft – so wie erwartet. Auch Meyer-Heder nannte den Stadtteil zuerst – neben den Ortsteilen Farge, Rekum und Lüssum.

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Auch auf Facebook entwickelte sich eine rege Diskussion, bei der einige auch Verständnis für Sielings Aussage hatten. "Schwachhausen und Oberneuland sind die beiden Stadtteile, die von Solidarität keine Ahnung haben, verhindern alles, was die Stadt Bremen zu Gunsten aller Stadtteile machen möchte", schrieb beispielsweise Nutzerin Ruken Aytas. Bremens Bürgermeister bekam aber auch Gegenwind. Zum Beispiel von der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Sandra Ahrens. Sie schrieb auf Facebook: "Ich glaube, wenn alle Stadtteile so sein könnten wie Oberneuland und Schwachhausen hätte die Stadt keine Probleme mehr."

Also ich würde sagen die Bremer Bürgerschaft ist der schwierigste Stadtteil.

Dennis Dela Leiche - 6. April 2019, 13:47 Uhr.

Farge und Rekum? Was hat der Meyer geraucht?

Wiebke Xal - 7. April 2019, 13:51 Uhr.

Ich denke mal das Carsten Sieling das gesagt hat, weil es nervt auf solche Fragen zu antworten! Stadtteile zu bewerten ist manchmal schwierig. Welche Kriterien nimmt man dafür? Ich wohne in Huchting und Huchting wird als Problem Stadtteil dargestellt. Ich als Huchtinger muss sagen, dass dieses nicht stimmt. (...)

Erhard Monsig - 7. April 2019, 13:49 Uhr.

Ich wohne in Schwachhausen und muss sagen, hier ist es wirklich schlimm !!! Bitte zieht nicht hierher. Zieht lieber ins viertel, Bahnhofsvorplatz, Walle, Gröpelingen, Oslepshausen ABER bloß nicht nach Schwachhausen, denn das ist absolut nichts für schwache Nerven. Die ganzen Drogendealer, Prostituierten und Gewalttaten, ich trau mich mittags um 12 nicht mehr vor die Tür, weil ich Angst hab das John Wayne und Clint Eastwood sich ein Duell auf der Straße vor der Kirchturmuhr leisten.

Überall hin aber nicht Schwachhausen.

(Ironie aus)

Dennis Germa - 7. April 2019, 13:43 Uhr.
Eine Hand greift nach einem Stempel

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. April 2019, 19:30 Uhr