Schulkonsens: Lob von Eltern, Kritik von Gewerkschaftern

  • Eltern fordern deutlich bessere Ausstattung in Schulen
  • Lehrergewerkschaft kritisiert Aus für "Eine Schule für alle"
  • Einigkeit darüber, dass erneute Strukurdebatte schaden würde
Eine Schülerin meldet sich im Unterricht.
Schulkinder werden in Bremen weiter im 2-Säulen-Modell unterrichtet. Bild: DPA | Daniel Karmann

Der Zentralelternbeirat begrüßt die Verlängerung des Schulkonsenses durch die vier stärksten Parteien in der Bremischen Bürgerschaft. Demnach wird es in Bremen in den kommenden zehn Jahren keine erneute Debatte über die Schulstruktur geben.

Es werden weiterhin beide Schulformen bestehen bleiben: Oberschule und Gymnasium. Dafür haben sich am Dienstag Fachpolitiker und die Landesspitzen von SPD, CDU, Grünen und Linken ausgesprochen. Der Zentralelternbeirat sieht derzeit auch keine politische Mehrheit für eine neue Schulreform. Die meisten Eltern seien mit dem System zufrieden. Zugleich forderten sie jedoch eine deutlich bessere Ausstattung der Schulen.

Schulmodell "Eine Schule für alle" offenbar vom Tisch

Kritik kommt vor allem von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie findet zwar wie auch der Zentralelternbeirat, dass eine erneute Strukturdebatte den Schulen derzeit nicht gut tun würde. Aber die Gewerkschafter sind enttäuscht, dass SPD und Grüne ihr Ziel „Eine Schule für Alle“ offenbar aufgegeben haben. In dem neuen Papier gebe es keinen Hinweis darauf, die Anzahl der Plätze an Gymnasien langsam herunterzufahren, kritisiert der GEW-Landesvorsitzende Bernd Winkelmann. Im Gegenteil: Das Papier ermögliche sogar einen Ausbau der Plätze an Gymnasien, wenn die Anwahlzahlen steigen.

Der überparteiliche Schulkonsens wurde vor genau zehn Jahren geschlossen. Er setzt auf ein sogenanntes 2-Säulen-Modell mit Oberschule und Gymnasium. Eine Expertengruppe hatte im März eine Auswertung des Modells vorgelegt und empfohlen, das System beizubehalten. Die Experten sagten aber auch, dass die Schulen mehr Geld brauchen. Das soll es auch geben. Im jetzt verlängerten Schulkonsens ist unter anderem mehr Personal für Sprachförderung und die Inklusion vorgesehen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 12. September, 6 Uhr