Zahlungsstopp für "Gorch Fock" soll aufgehoben werden

  • Die Sanierung soll nächste Woche weitergehen
  • Verteidigungsministerin von der Leyen (CDU) teilte Entscheidung mit
  • Zuvor hatte sie mit der neuen Führung der Elsflether Werft gesprochen
Ein Segelschiff liegt in einem Hafen.
Ein Bild aus besseren Tagen: Die "Gorch Fock" 2011 im Hafen von Stralsund. (Archivbild) Bild: DPA | Moritz Vennemann

Die wegen des Verdachts auf erhebliche Unregelmäßigkeiten gestoppte Sanierung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" kann voraussichtlich Anfang nächster Woche weitergehen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will den zurzeit geltenden Zahlungsstopp aufheben. Ziel sei es, am Montag wieder mit den Arbeiten zu beginnen, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag.

Zuvor hatte es Gespräche mit der neuen Führung der Elsflether Werft AG gegeben, die das Projekt nach der Ablösung der alten Spitze wegen Untreue-Vorwürfe wieder auf Kurs bringen will. Der grundsätzlichen Einigung über die Aufhebung des Zahlungsstopps müssen formal noch die am Insolvenzverfahren Beteiligten zustimmen. Die Ministerin sagte, es gebe eine gute Chance, "dass die 'Gorch Fock' wieder auf den Weltmeeren segeln" werde. Das Marineschulschiff "Gorch Fock" liegt in einem Trockendock in Bremerhaven.

Die Gorch Fock liegt in einem Trockendock in Bremerhaven.
Derzeit liegt die "Gorch Fock" in einem Trockendock der Bredo-Werft in Bremerhaven. Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Die Kosten für die Sanierung des Dreimast-Seglers schnellten über die Jahre rasant in die Höhe. Ursprünglich waren 10 Millionen Euro vorgesehen, dann wurde auf 75 Millionen Euro erhöht, inzwischen ist der Kostenansatz auf bis zu 135 Millionen Euro gestiegen. Bis zum 2. Januar 2019 wurden laut Bundesregierung bereits rund 69 Millionen Euro ausgegeben.

Die erhebliche Kostensteigerung ergab sich nach früheren Angaben vor allem aus dem vorher nicht dokumentierten, schlechten Zustand des Schiffes. In weiten Teilen kommen die Arbeiten inzwischen einem Neubau gleich. Die mit der Sanierung der "Gorch Fock" beauftragte Elsflether Werft hatte am 20. Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Hintergrund der finanziellen Schwierigkeiten sind mutmaßlich veruntreute Gelder in Millionenhöhe, was von der Leyen und die neue Werftführung der vor rund drei Wochen geschassten alten Leitungsriege zuschreiben.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 14. März 2019, 13 Uhr