Rückkehr aus Risikogebieten: Wo Kontrollen funktionieren und wo nicht

Am Flughafen wird schon kontrolliert, am ZOB ist es geplant. Bei Autoreisenden aus Risikogebieten muss Bremen hingegen auf Vernunft setzen – oder Bußgeld.

Reiserückkehrer am Bremer Flughafen.
Am Bremer Flughafen ist die Testung und Kontrolle von Reiserückkehrern aus Risikogebieten vergleichsweise leicht zu organisieren. Bild: Radio Bremen

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. Dieses Motto gilt derzeit in Bremens Gesundheitsressort. Zumindest, wenn es um die von der Bundesregierung angekündigte Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikoregionen geht. Denn die von Gesundheitsminister Jens Spahn bereits genannten Pandemie-Schutzmaßnahmen sind zwar eindeutig.

Sie lassen sich jedoch kaum flächendeckend umsetzen. Eine Ausnahme: Für Flugreisende am Bremer Airport hat die Gesundheitsbehörde bereits seit Ende Juli Teststellen für Reiserückkehrer eingerichtet. In den kommenden Tagen wird darüber hinaus ein separates Terminal für die Ankommenden aus Risikogebieten eröffnet.

Auch am Bremer ZOB geht die Gesundheitsbehörde davon aus, dass Reisende aus Risikogebieten wie den spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra identifiziert und kontrolliert werden können. "Bei Bussen sehen wir, welche wir in Empfang nehmen müssen", sagt Behördensprecher Lukas Fuhrmann. "Das klappt, das haben wir zu Beginn der Pandemie ja schon gemacht." Teststationen direkt am Bahnhof oder am ZOB sind allerdings nicht vorgesehen. Getestet würde in der Ambulanz an der Messehalle.

Bahn und Autoreisende kaum kontrollierbar

Dass viele Bahnreisende aus Risikogebieten in Bremen eintreffen, gilt angesichts der großen Entfernungen zu den betroffenen Regionen zwar als unwahrscheinlich. Eine Kontrolle wäre allerdings auch schwierig.

Letzteres gilt in Bremen ebenso für Reisende mit dem Auto. "Bahn und Autos, das kommt eher kleckerweise", sagt Fuhrmann. Wenn die Leute in Bremen ankommen, dann fahren die über eine Bundesstraße oder über eine Landstraße hier rein. Um das zu überprüfen, wären wahrscheinlich Grenzkontrollen nötig. Und diese gebe es nicht.

Quarantänepflicht gilt schon jetzt

Gleichwohl seien alle Rückreisenden aus Risikogebieten schon jetzt dazu verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben und sich beim Ordnungsamt in Bremen oder dem Gesundheitsamt in Bremerhaven zu melden. Die Einhaltung der Quarantäne werde durch das Ordnungsamt überprüft.

Wer mit dem Auto aus einem Risikogebiet zurückkehre, könne zwar zunächst nicht erfasst werden. "Wer sich nicht meldet, riskiert aber ein Bußgeld", sagt Fuhrmann. Dies könne fällig werden, wenn die Betroffenen irgendwann Corona-Symptome aufwiesen und dann getestet würden. Wie hoch die Strafen in diesem konkreten Fall sind, ist im Bremer Bußgeldkatalog noch nicht festgelegt – sie werden im Einzelfall vom Ordnungsamt bestimmt. Zum Vergleich: Für ähnliche Ordnungswidrigkeiten, zum Beispiel das Verlassen der Wohnung trotz angeordneter Quarantäne, sind laut Bußgeldkatalog 300 Euro fällig.

So lief der erste Tag mit der Corona-Teststation am Bremer Flughafen

Video vom 31. Juli 2020
Ein Junger Mann mit Nase-Mund-Schutz, der vor einem Tisch steht, an dem zwei weitere Männer sitzen. Über ihnen an der Wand ein Plakat mit der Aufschrift "Corona Test Center".
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema

Autor

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 31. Juli 2020, 19:30 Uhr