Flaggen auf Halbmast – Bremer Politiker trauern um Weber

Nach dem Tod von Bürgerschaftspräsident Christian Weber haben sich viele Abgeordnete zu Wort gemeldet. "Ich bin sehr traurig", sagte Bürgermeister Carsten Sieling.

Bremens Bürgermeister Carsten Sieling

Viele Bremer Politikerinnen und Politiker zeigten sich nach dem Tod von Bürgerschaftspräsident Christian Weber betroffen. Er starb am Dienstag nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren. Seit 1990 war er Abgeordneter für die SPD und seit 1999 für fast 20 Jahre lang Präsident der Bürgerschaft.

Wir verlieren einen aufrechten und großen Demokraten, einen leidenschaftlichen Parlamentarier und überzeugten Sozialdemokraten. Ich bin sehr traurig.

Bürgermeister Carsten Sieling
Carsten Sieling (SPD), Bürgermeister

Auch die Vertreter der anderen Parteien äußerten sich zu Webers Tod. Alexandra Werwath, Landesvorstandssprecherin der Grünen sagte: "Mit Christian Weber ist heute nicht nur ein lautstarker Verfechter des Parlamentarismus, sondern auch ein leidenschaftlicher Demokrat und überzeugter Europäer von uns gegangen, den es in diesen bewegten Zeiten noch stärker gebraucht hätte."

Kondolenzbuch für Christian Weber liegt im Rathaus aus
Im Rathaus liegt ein Kondolenzbuch für Christian Weber aus.

Kristina Vogt, Vorsitzende der Linksfraktion in der Bürgerschaft, schätzte Weber vor allem für seine Bereitschaft, mit den eigenen Parteikollegen im Senat zu diskutieren. "Christian Weber machte die Bremische Bürgerschaft zu einem offenen Ort für die Bremerinnen und Bremer und scheute als überzeugter Parlamentarier keinen Konflikt mit dem Senat", sagte sie. "Bremen verliert einen Menschen, der das Bundesland geprägt hat. Christian Weber hinterlässt eine große Lücke."

Christian Weber war ein Vorbild, immer verlässlich und jemand, dem man vertrauen kann. In einer persönlichen Problemsituation bin ich einmal zu ihm gegangen und er war sofort für mich da – fast schon ein väterlicher Ratgeber. Dafür schätze ich ihn. Er handelte über Parteigrenzen hinweg und zeigte stets Haltung in seinem Kampf für Gerechtigkeit und Demokratie.

Die FDP-Abgeordnete Lencke Steiner in der Bremer Bürgerschaft.
Lencke Steiner, Vorsitzende der FDP-Fraktion

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Röwekamp und der CDU-Landesvorsitzende Jörg Kastendiek schrieben in einer gemeinsamen Mitteilung über Weber: "Er war 'die Stimme' des Parlaments und hat die Arbeit der Bürgerschaft in dieser Zeit nachhaltig geprägt. Die gemeinsame Tätigkeit war dabei immer von gegenseitigem Respekt, Fairness und seinem guten Gespür für Menschen und Situationen geprägt."

Jan Timke von der Gruppe "Bürger in Wut" lobte Webers starke Persönlichkeit. "Wir haben Christian Weber in unserer parlamentarischen Arbeit als einen geradlinigen Menschen kennengelernt, der den Mut hatte, seine politischen Ansichten auch dann zu vertreten, wenn er damit in Widerspruch zu den Positionen seiner eigenen Partei geriet."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 12. Februar 2019, 15 Uhr