Geplante Schließungen: Gastro-Verband spricht von "Katastrophe"

  • Die von den Schließungen betroffenen Branchen in Bremen sprechen von "bitteren politischen Entscheidungen"
  • Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga denkt darüber nach, zu klagen
  • Handelskammer: Restaurants und Hotels keine Infektionsherde
Video vom 29. Oktober 2020
Ein Mann hält ein Schild in der Hand mit der Aufschrift "Nein zum Lockdown in der Gastronomie"
Bild: Radio Bremen

Die Schließungen in der Gastronomie für den gesamten November bezeichnet die bremische Dehoga-Hauptgeschäftsführerin, Nathalie Rübsteck, als "große Katastrophe". Sie rechnet damit, dass rund ein Drittel der Restaurants und Kneipen "das Licht vielleicht nicht wieder anmachen werden". Die von der Politik angebotenen Nothilfen müssten schnell und unbürokratisch fließen, damit das nicht eintritt, so Rübsteck. Unter anderem davon will der Verband auch abhängig machen, ob er sich in Bremen gegen den anstehenden Shutdown juristisch wehren wird. Sollten die Schließungen auch noch im Dezember anhalten, dann sagt Rübsteck voraus, dass 30 oder 40 Prozent der Gastro-Unternehmen das nicht überleben würden.

Die rund 180 Kneipen und Restaurants, die sich in der Bremer Gastro-Gemeinschaft BGG zusammengeschlossen haben, setzen auf das Versprechen der Politik, dass sie für den November 75 Prozent ihres Vorjahresumsatzes als Entschädigung bekommen. Bei den Zahlungen dürfe es aber keine Ausnahmen geben, sonst werde es problematisch für die Betriebe, warnt BGG-Sprecher Oliver Trey.
Die Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen kritisiert die ab Montag geltenden Corona-Regelungen: Es würden ausgerechnet Wirtschaftsbranchen erneut in ihrer Existenz bedroht, die in den vergangenen Monaten gezeigt haben, dass sie tragfähige Hygienekonzepte schnell und wirkungsvoll umgesetzt haben. Restaurants oder Hotels hätten zu keiner Zeit als Infektionsschwerpunkte gegolten.

Das Bündnis von Unternehmen der Veranstaltungsbranche "Alarmstufe Rot" hatte noch gestern in Berlin gegen die drohende Pleitewelle demonstriert. Der Bremer Sprecher der Initiative, Oliver Mücke, hofft jetzt, dass die versprochenen Finanzhilfen auch der Veranstaltungsbranche zugute kommen. Diese Hilfen würden dringend benötigt, denn für die Event-Branche gelte seit März praktisch ein Berufsverbot. Er hoffe sehr, dass vielleicht ab Dezember wieder Veranstaltungen in kleinerem Maße möglich sind.

Autor

  • Folkert Lenz

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Mittag, 29. Oktober 2020, 12 Uhr