Koalition uneins über Verkehrskonzept für die Bremer Innenstadt

  • Die Grünen wollen Autos aus der City heraushalten
  • Dafür solle der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden
  • Der Koalitionspartner und die CDU kritisieren die Pläne
Eine Straßenbahn fährt durch die Obernstraße in der Bremer Innenstadt.
Die Grünen wollen, dass die Straßenbahnen in der Bremer Innenstadt kostenlos werden. Bild: Imago | Imago/Rüdiger Wölk

An den Plänen der Bremer Grünen zur Zukunft des Öffentlichen Nahverkehrs gibt es Kritik. Der Koalitionspartner SPD sieht darin "Licht und Schatten", die oppositionelle CDU spricht von einem "Wunschzettel".

Die Grünen-Fraktion will den öffentlichen Nahverkehr langfristig weiter ausbauen und vor allem günstiger machen. Den Bremer Grünen schwebt dabei nach dem Vorbild der Stadt Wien ein Jahresticket in Höhe von 365 Euro vor. Auch sollen die Preise für das Sozial- und das Schülerticket langfristig gesenkt werden.

Kostenlose Busse und Bahnen in der Innenstadt

Bus und Bahn sollen nach dem Vorschlag der Grünen im Kernbereich der Bremer Innenstadt sogar kostenlos sein. Dafür müssten im Gegenzug Autos aus diesem Gebiet weitgehend verschwinden. Das soll mit dem Abriss der bestehenden Parkhäuser erreicht werden. Parkplätze sollen stattdessen an den Rändern der City neu gebaut werden, wo genau, das wollen die Grünen bislang nicht sagen.

Die Bremer SPD begrüßt die Pläne für den weiteren Ausbau des Straßenbahnnetzes und neuen Nahverkehrs-Haltestellen in der Stadt. Den Plänen zufolge sollen Regionalzüge künftig an der Stephanibrücke, in der Überseestadt und an der Bremer Universität halten.

Wie sollen die Pläne finanziert werden?

Kritisch sehen die Sozialdemokraten allerdings das Vorhaben, die City möglichst autofrei zu machen. "Die Innenstadt müsse weiterhin auch mit dem Auto gut erreichbar sein", sagte ein Sprecher der Fraktion. Ansonsten gebe es noch offene Fragen dazu, wie die Pläne zu bezahlen sind.

Die Grünen denken unter anderem über zusätzliche Verkehrsüberwacher und höhere Parkgebühren nach. Die CDU in Bremen spricht von einer "Liste unerledigter Projekte". Vieles hätten die Grünen Verkehrssenatoren in den vergangenen Jahren längst umsetzen können", sagte der CDU-Verkehrspolitiker Heiko Strohmann.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 16. Mai 2018, 17 Uhr