Bremer Rat für Integration fordert Aufklärung des Brebau-Skandals

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Der Bremer Rat für Integration sieht ein generelles, strukturelles Problem im Umgang mit Migrantinnen und Migranten bei der Wohnungssuche. (Symbolbild) Bild: Radio Bremen
  • Vorgänge bei der Brebau sind nach Ansicht des BRI kein Einzelfall
  • Diskriminierender Umgang mit Migranten und Migrantinnen bei der Wohnungssuche sei weit verbreitet
  • BRI fordert umfassende Überprüfung aller Wohnungsbaugesellschaften in Bremen

Der Bremer Rat für Integration (BRI) sieht in den Rassismusvorwürfen gegen die städtische Bremer Wohnungsbaugesellschaft Brebau einen Beleg für die Diskriminierung von Migrantinnen und MIgranten bei der Wohnungsssuche. Die Brebau sei leider kein Einzelfall, sagte die Ratsvorsitzende Libuse Cerna. "Immer wieder schildern uns Menschen, welche Schwierigkeiten sie aufgrund ihres Namens, ihres Aussehens und ihrer vermeintlichen religiösen Zugehörigkeit bei der Wohnungssuche haben." Diese Vorurteile würden sowohl direkt angesprochen als auch unterschwellig angedeutet. Cerna spricht von einem strukturell bedingten diskriminierenden Umgang bei vielen Baugesellschaften, Wohnungsunternehmen und privaten Vermietern.

Wir fordern eine lückenlose, transparente
Aufklärung der Fälle.

Libuse Cerna, Vorsitzende des Bremer Rats für Integration

Cerna fordert im Namen des BRI eine Überprüfung aller Wohungsbaugesellschaften in Bremen mit Blick auf mögliche Diskriminierungen von Wohnungssuchenden mit Migrationshintergrund. Außerdem sollten die Gesellschaften aufgefordert werden, eine Selbstverpflichtung zu einer antidiskriminierenden Vorgehensweise einzugehen.

Brebau-Geschäftführung vorerst freigestellt

Der Aufsichtsrat der Brebau hat am Freitag einen Sonderermittler zu den Vorwürfen eingesetzt. Der frühere Bremer Justiz-Staatsrat Matthias Stauch soll die Vorgänge untersuchen und bis spätestens 30. Juni einen Bericht vorlegen. Außerdem wurde die Geschäftführung vorläufig freigestellt. Damit sei aber keine Schuldzuweisung verbunden, betonte Finanzsenator Dietmar Strehl (Grüne), der Aufsichtsratchef der Brebau ist. Mit der Freistellung solle jeder Anschein einer Einflussnahme auf die Erstellung des Berichts durch die Geschäftsführung von vornherein ausgeschlossen werden.

Brebau-Skandal: "Vorläufige Freistellung ist keine Schuldzuweisung"

Video vom 21. Mai 2021
Dietmar Strehl im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 22. Mai 2021, 6 Uhr