Organspende: So beurteilen Bremer Politiker den Spahn-Vorstoß

  • Bundestag soll demnächst über Gesetzesentwurf entscheiden
  • Demnach soll jeder Mensch Organspender sein, es sei denn er widerspricht
  • SPD und Linke in Bremen finden die Idee gut
Ein Paket mit menschlichen Organen.

Eine mögliche Neuregelung der Organspende bewerten die Bremer Politiker unterschiedlich. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen Gesetzesentwurf vorgestellt, wonach grundsätzlich jeder Organspender sein soll. Nur wer dem zu Lebzeiten widerspricht oder wenn nach dem Tod ein Angehöriger dagegen ist, dürfen keine Organe entnommen werden.

Viel bessere Aufklärung und viel mehr Informationen über Organspenden: Das fordern parteiübergreifend alle gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktionen in der Bremischen Bürgerschaft. Dabei sei es vor allem wichtig, so der FDP-Mann Magnus Buhlert, zu erklären, dass ein Hirntoter tatsächlich niemals wieder lebendig werde. Dem Spahn-Vorschlag kann er aber nichts abgewinnen.

Die SPD-Abgeordnete Stephanie Dehne hält dagegen viel davon. Denn die Entscheidung für oder gegen eine Organspende würde den Menschen nicht abgenommen. Man könne ja seinen jeweiligen Wunsch eintragen lassen. Auch die Linke Kristina Vogt findet den Spahn-Vorschlag gut, weil es einfach zu wenig Spender gebe.

Grüne gegen staatliche Einmischung

Die Grünen wollen bei der Organspende keine staatliche Einmischung. Auch Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Rainer Bensch, will niemanden bevormunden. Allerdings hält er es für problematisch, dass 70 bis 90 Prozent der Bevölkerung Organspenden befürworten, aber nur ein Drittel einen entsprechenden Ausweis habe.

In Bremen werden zurzeit im Klinikum Mitte und in Bremerhaven im Klinikum Reinkenheide Organe entnommen. Transplantiert wird nur in Mitte und zwar Nieren und Augenhornhäute.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. April 2019, 18 Uhr