Bremer Raumfahrt-Konzern OHB klagt gegen Galileo-Vergabe der EU

  • Bisher hat OHB die Satelliten für das Navigationssystem Galileo gebaut
  • Die EU will den Auftrag jetzt an Airbus und Thales vergeben
  • OHB bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"
Bei OHB in Bremen wird ein Satellit für das europäische Navigationssystem Galileo gebaut.
Bisher hat der Bremer Raumfahrtkonzern OHB die Satelliten für das Navigationssystem Galileo gebaut. (Archivbild) Bild: DPA | Ingo Wagner

Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB geht gerichtlich gegen eine Entscheidung der EU vor. Es geht dabei um neue Satelliten für das Navigationssystem Galileo. Bisher hat OHB diese Satelliten gebaut. Künftig sollen das nach dem Willen der EU die Konkurrenten Airbus und Thales tun. Einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) hat ein Firmensprecher bestätigt.

Unterzeichnung der Verträge vorerst ausgesetzt

Laut FAZ ist die Klage von OHB bereits beim zuständigen europäischen Gericht eingegangen. Und die Richter haben offenbar auch schon reagiert. Sie sollen nämlich die Unterzeichnung der Verträge mit Airbus und Thales vorerst ausgesetzt haben. Nach Angaben die Frankfurter Allgemeinen will sich OHB derzeit nicht zu den Details der Klage äußern.

Bei dem neuen Auftrag der EU geht es insgesamt um zwölf Satelliten und ein Auftragsvolumen von fast anderthalb Milliarden Euro. Brüssel hatte im vergangenen Monat entschieden, dass diesmal Airbus und Thales zum Zug kommen sollen.

OHB hatte sich seit 2010 in drei Ausscheidungsrunden immer durchgesetzt. Dass jetzt die Konkurrenz übernehmen soll, bezeichnete OHB-Chef Fuchs als schweren Schlag und großen Misserfolg.

So arbeitet man in Bremen am Galileo-Aufbau mit

Video vom 1. Oktober 2018
Eine Grafik eines Satelliten der eesa
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 3. Februar 2021, 19 Uhr