So plant der Bremer Raumfahrt-Konzern OHB seine Zukunft

Von Bremen bis zum Mars: Der Raumfahrtkonzern zieht Jahresbilanz. Eine Milliarde Euro wurde erwirtschaftet – und OHB setzt auch in Zukunft weiter auf Wachstum.

Mitarbeiter des Raumfahrtunternehmens OHB bei der Arbeit
Weltweit arbeiten mittlerweile 2.800 Menschen für den Satellitenbauer aus Bremen.

Betont gelassen gibt sich Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender von OHB, als er am Mittwochmorgen die Bilanz seines Unternehmens vorstellt. Er lächelt zufrieden. Zur Gelassenheit hat Fuchs auch allen Grund bei diesen Zahlen, die sein Unternehmen 2018 erwirtschaftet hat. Erstmals hat OHB die Milliardenmarke geknackt. Fuchs selbst ist es dann auch, der von einem "Meilenstein" in der Geschichte des Unternehmens spricht. Vor allem die Geschäfte in Deutschland seien für das Wachstum verantwortlich, so Fuchs.

Der Satellitenbau in Deutschland ist in der Summe der größte Auftrag gewesen. Ein wichtiger Bestandteil davon waren sicherlich die Galileo-Satelliten, aber auch die Erdbeobachtungssatelliten.

Marco Fuchs spricht auf einer OHB-Pressekonferenz zu Journalisten
Vorstandsvorsitzender Marco Fuchs

Bei Galileo handelt es sich um die europäische Alternative zum GPS. Von den 26 Galileo-Satelliten, die derzeit im All unterwegs sind, wurden 22 von OHB gefertigt. Zwölf weitere Satelliten will das Bremer Unternehmen in den kommenden Monaten entwickeln. Die Produktion dafür ist bereits angelaufen.

Satelliten bleiben das Kerngeschäft

Ein Mitarbeiter des Unternehmens "OHB" schaut sich eine Simulation auf einem Bildschirm an.
Beim OHB wird in Zukunft verstärkt zum Thema "Erdbeobachtung" geforscht.

Laut Vorstandsvorsitzender Fuchs werde der Schwerpunkt bei OHB in diesem Jahr das Thema "Erdbeobachtung" sein. Ziel ist es dabei, per Satelliten Veränderungen von Klima und Erdoberfläche zu überwachen. Sie liefern dafür unter anderem Wetter- und Umweltdaten. Aktuell ist OHB am Programm "Copernicus" der Europäischen Union beteiligt. Das Programm sieht vor, dass bis 2030 rund 20 Satelliten als Wächter die Erde vom All aus beobachten.

Ein bisschen "Armageddon" von Bremen aus

Auch in den Bereichen Wissenschaft und Forschung will der Bremer Konzern weiterhin stark vertreten sein. Für die Europäische Raumfahrtagentur ESA ist OHB seit August 2018 an einer Studie zur Asteroidenmission beteiligt. Dabei geht es um die Frage, wie Asteroideneinschläge verhindert werden könnten, etwa indem man die Flugbahn von bedrohlichen Meteoriten frühzeitig verändert.

Auch für die Mars-Mission ExxoMars hatte der Konzern zuletzt ein Modul fertiggestellt, das in den kommenden Wochen an die ESA ausgeliefert wird. Für die Zukunft setzt der Bremer Konzern weiter auf Wachstum:

Raumfahrt ist im Alltag nicht mehr wegzudenken. Jeder von uns nutzt sie, etwa in den Bereichen Navigation, Erdbeobachtung und Telekommunikation.

Marco Fuchs spricht auf einer OHB-Pressekonferenz zu Journalisten
Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender OHB

Nicht nur der Umsatz, auch der Konzern selbst wächst: Allein in Bremen wurden im vergangenen Jahr 220 neue Mitarbeiter eingestellt. Und für 2019 hat der OHB-Vorstand bereits ein konkretes Ziel formuliert: Der Umsatz soll in diesem Jahr um 50 Millionen Euro steigen.

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  • Catherine Wenk

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. März 2019, 19:30 Uhr