Bremer Zentralelternbeirat fordert volle Schulöffnung ab Ende Mai

Schulkinder mit Mund-Nase-Bedeckung in einer Grundschule.
Der Zentralelternbeirat in Bremen fordert von der Politik ein Konzept zur Öffnung der weiterführenden Schulen. Bild: DPA | Keystone / Ennio Leanza

In einem offenen Brief an Bildungssenatorin und Bürgermeister stellt das Elterngremium Forderungen für das aktuelle Schuljahr – so sollen ältere Schüler ein Impfangebot bekommen.

Sollte sich der Trend zu niedrigen Inzidenzzahlen in Bremen fortsetzen, fordert der Bremer Zentralelternbeirat (ZEB) die volle Öffnung aller Schulen ab dem 31. Mai. So steht es in einem offenen Brief, der an die Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) und den Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) adressiert ist.

Bei stabiler Entwicklung sollten auch in Bremen alle Schulen am 31.05.2021 wieder voll öffnen können, unter Beibehaltung des bremischen schulscharfen Eingreifens.

Offener Brief des ZEB

Die Zahlen gingen jetzt schnell zurück, Lockerungen bei Gastronomie und Freizeit seien geplant, doch zum Thema volle Schulöffnung für Oberschulen und Gymnasien herrsche "plötzlich dröhnendes Schweigen in Bremen", hieß es darin.

Momentan ist der Unterricht in den Bremer Grundschulen in voller Klassenstärke wieder gewährleistet, an den weiterführenden Schulen wird noch in Halbgruppen unterrichtet.

Bildungsressort: Thema wird am Dienstag diskutiert

In dem Schreiben drückt der Beirat auch Lob für das bisherige Vorgehen Bremens bei verschiedenen Bildungsfragen in der Pandemiezeit aus, betont aber, dass die digitale Beschulung den Präsenzunterricht nicht komplett ersetzen kann.

Schule ist für unsere Kinder viel mehr als nur ein Lernort. Schule ist einer der wichtigsten Aspekte des sozialen Lebens für unsere Kinder. Keine regelmäßigen schulischen und sozialen Kontakte zu haben bedeutet eine erhebliche Einschränkung für unsere Kinder und natürlich auch eine erhebliche, nicht nur zeitliche, Herausforderung für uns Eltern.

Offener Brief des ZEB

Zu dem Vorschlag wollte sich das Bildungsressort am Freitag noch nicht äußern und verwies auf die Diskussion im Senat kommende Woche.

Die Öffnung für die weiterführenden Schulen wird am Dienstag Thema im Senat sein.

Die Sprecherin der Bremer Bildungsbehörde, Annette Kemp
Annette Kemp, Sprecherin des Bildungsressorts

Vorsichtig drückt sich ebenfalls das Gesundheitsressort aus.

Das Infektionsgeschehen und die Situation in den Krankenhäusern muss bis dahin beobachtet werden. Wenn die Inzidenz in den nächsten Wochen weiterhin stabil sinkt, sind in der Coronaverordnung im §22b weitere mögliche Öffnungsschritte geregelt. Mit dem Thema wird sich dann der Senat befassen.

Alicia Bernhardt, Sprecherin des Gesundheitsressorts

Die Bremer Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stimmt hingegen dem Vorschlag zu – allerdings nur, wenn die 7-Tage-Inzidenz die Schwelle 50 nicht überschreitet. Momentan liegt die Stadt Bremen noch bei 57,8, Bremerhaven bei 63,4.

ZEB: Impfangebot an ältere Klassen

Das Elterngremium fordert einen konkreten Fahrplan, auch mit Blick auf das kommende Schuljahr, und eine "flächendeckende Lernstanderhebung" noch vor den Sommerferien, um eventuelle Defizite bei den Schülern und Schülerinnen zu erkennen. Auch sollten laut ZEB ältere Schüler und Schülerinnen – sowie eventuell ihre Eltern – ein zeitnahes Impfangebot bekommen. Der Elternverein schlägt vor, die Impfangebote über die Schulen laufen zu lassen.

Nachdem nunmehr alle Beschäftigten in Schule und jüngst alle auch außerhalb von Schule angestellten Verwaltungskräfte ein Impfangebot erhalten haben, halten wir es für unumgänglich, dass älteren Schülerinnen und Schülern und möglichst auch ihren Eltern zeitnah Impfangebote gemacht werden.

Offener Brief des ZEB

Über das Thema diskutieren gerade das Bildungsressort und die Gesundheitsbehörde. "Was das Impfen angeht, sind wir in Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsressort und dem Krisenstab," sagte Bildungsressort-Sprecherin Annette Kemp. "Wir sind derzeit im Austausch mit dem Bildungsressort, um Schülerinnen und Schülern schnell ein Impfangebot machen zu können, sobald der Impfstoff von BionTech für Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen ist", bestätigt Gesundheitsressort-Sprecherin Alicia Bernahrdt.

Rückblick: Schule oder nicht Schule? Der Inzidenzwert ist entscheidend

Video vom 30. April 2021
Stühle auf den Schultischen in einem leeren Klassenzimmer.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 21. Mai 2021, 23:30 Uhr