"Nordsee"-Mitarbeiter in Bremerhaven protestieren gegen Stellenabbau

  • 70 "Nordsee"-Mitarbeiter protestieren bei Betriebsversammlung
  • Unternehmen überlegt, die Hauptverwaltung in eine andere Stadt zu verlegen
  • Weitere Abteilungen könnten geschlossen werden
Nordsee-Mitarbeiter demonstrieren gegen möglichen Jobabbau
Mitarbeiter der Schnellrestaurantkette "Nordsee" demonstrierten gegen die mögliche Verlegung der Bremerhavener Hauptverwaltung in eine andere Stadt.

Rund 70 "Nordsee"-Beschäftigte haben in Bremerhaven bei einer Betriebsversammlung gegen möglichen Stellenabbau protestiert. Die Geschäftsführung der Schnellrestaurantkette überlegt, die Hauptverwaltung in eine andere Stadt zu verlegen und Abteilungen auszulagern.

Nordsee-Mitarbeiter wollen Gewissheit

"Mensch statt Marge“ stand auf Transparenten, die Mitarbeiter an Fenstern der Hauptverwaltung anbrachten. "Das soll auch die Geschäftsführung wissen, dass wir bereitstehen und nicht kampflos aufgeben", sagte eine Mitarbeiterin. "Es ist ein nicht mehr hinnehmbarer Zustand, weil wir die ganze Zeit in der Luft hängen. Wir wissen nicht, wie viele von uns zukünftig überhaupt noch zur Hauptverwaltung gehören“, ergänzte ein Mitarbeiter.

Es herrsche ein Klima der Angst. Keiner wisse, was genau geplant sei, sagte "Nordsee"-Betriebsratsvorsitzender Eckard Tants. "Hier geht es um unsere Ärsche, um das mal deutlich zu sagen. Das kam dann auch an und das treibt die Stimmung natürlich ungemein.“

Die Geschäftsleitung wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Schnellrestaurantkette hatte Mitte September bestätigt, dass es Überlegungen gibt, die Firmenzentrale von Bremerhaven in eine andere Stadt zu verlegen.

"Nordsee" war an Investor verkauft worden

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat dem Betriebsrat empfohlen, gegen das Unternehmen zu klagen. Denn nach dem Gesetz hätte dieser schon längst in die Pläne einbezogen werden müssen, so die Gewerkschaft. Dem Unternehmen gehe es darum, Druck aufzubauen, um Stellenabbau umzusetzen, vermutet Gewerkschaftssekretär Moritz Steinberger: "Die Einsparpotenziale, die hier gezeichnet werden, die sind für ein Unternehmen in der Größe von 'Nordsee'' einfach marginal. Der Standort hier in Bremerhaven, gerade als Neubau hingestellt, war damals auch ein Bekenntnis zur Region und zum Personal."

Nordsee war vor rund einem Jahr an den schweizerisch-belgischen Finanzdienstleister Kharis Capital verkauft worden. In der Bremerhavener Zentrale arbeiten rund 120 Mitarbeiter.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 10. Oktober 2019, 16 Uhr