Abschlussbericht zur Havarie der "MSC Zoe" liegt vor

  • "MSC Zoe" hatte im Januar 2019 bei einem Sturm in der Nordsee rund 340 Container verloren
  • Mehrere Faktoren hätten zur Havarie geführt
  • Abschlussbericht hält Größe des Schiffes für problematisch
Die MSC ZOE nach Containerverlust in der Nordsee.
340 Container hatte die MSC Zoe Anfang Januar 2019 in der Nordsee verloren. Bild: Havariekommando Cuxhaven

Fast genau eineinhalb Jahre nach der Havarie des Containerschiffes "MSC Zoe" hat die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung in Hamburg am Donnerstag ihren Abschlussbericht vorgestellt. Der Containerriese war in der Nacht auf den 2. Januar 2019 nordwestlich von Borkum in schwere See geraten. Mehr als 340 Container gingen von Bord.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Havarie der "MSC Zoe" unter schweren, aber nicht außergewöhnlichen oder extremen Wetterbedingungen stattgefunden hat. Der Sturm, in dem sich das Schiff befand, hatte die Windstärke 8, bei einer Wellenhöhe zwischen fünf und elf Metern. Letztlich hätten mehrere hydrodynamische Phänomene dafür gesorgt, dass die MSC Zoe hohen Belastungen und Beschleunigungen ausgesetzt gewesen sei. Das hätte beim Überbordgehen der Container eine Rolle gespielt, so der Bericht.

Experten fordern bessere Ladungskonzepte für große Containerschiffe

Ob es Fehler beim Beladen des Schiffes und beim Sichern der Container gegeben hat, kann der Abschlussbericht nicht eindeutig beantworten. Die Experten kritisieren in diesem Zusammenhang, dass die Containerschiffe immer größer werden. Sehr große Containerschiffe wie die "MSC Zoe" würden die Gültigkeitsbereiche der internationalen technischen Vorschriften und Standards überschreiten, wenn es darum geht, Beschleunigungskräfte zu berechnen. Außerdem sei die Software für die Ladungsberechnung zu intransparent.

Die Experten fordern in ihrem Bericht deshalb, dass die Vorschriften und Konzepte für die Sicherung von Containern auf solchen großen Schiffen überarbeitet und verbessert werden müssen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. Juni 2020, 19:30 Uhr