Interview

Bremer CDU-Abgeordnete kann sich Söder als Kanzlerkandidat vorstellen

Eigentlich wollten Markus Söder und Armin Laschet unter sich ausmachen, wer Kanzlerkandidat wird. Doch da möchte die Bremer Abgeordnete Elisabeth Motschmann ein Wörtchen mitreden.

Elisabeth Motschmann sitzt auf dem Loriot-Sofa
Söder und Laschet kommen allein nicht weiter, findet Elisabeth Motschmann aus Bremen. Bild: Radio Bremen | Christian Bordeaux

Zusammen mit mehr als 50 anderen Bundestagsabgeordneten der Union hat die Bremerin eine Erklärung unterschrieben. Darin fordern sie eine Mitsprache bei der Frage, wer für die Union als Kanzlerkandidat in Rennen geht.

Frau Motschmann, warum fordern Sie eine Entscheidung über die K-Frage der Union in der Bundestagsfraktion?
Weil der Prozess der Meinungsfindung nicht voran kommt. Dieser Prozess tut der Partei nicht gut. Worauf warten die noch? Die äußern sich öffentlich, das tut uns in der Partei und Fraktion nicht gut. Das ist eine Entscheidung, die viele Abgeordnete betrifft, sie ist von existenzieller Bedeutung für meine Kollegen mit großer Tragweite. Da ist es fraglich, dass zwei Politiker das unter sich ausmachen.
Trauen Sie den beiden Parteivorsitzenden nicht die richtige Entscheidung zu?
Beide können und wollen. Davon gehe ich aus. Natürlich sind das beides gute Kandidaten. Wir stehen aber vor der Situation, dass Markus Söder die besseren Umfragewerte hat. Armin Laschet hat in der Fraktion stärkere Truppen, das ist klar. In diesem Konflikt kommen sie nicht weiter.
Warum haben Sie sich zu diesem Zeitpunkt der Initiative angeschlossen? Wieso drängt es aus Ihrer Sicht nun?
Ich war ja eigentlich für eine Mitgliederbefragung, aber dafür wird es jetzt langsam knapp. Dann hätte man die breiteste Legitimation. Deshalb habe ich mich der Initiative angeschlossen. Wir müssen jetzt zum Punkt kommen. Bis Pfingsten zu warten – das ist zu spät. Dann ist fast schon Sommer und nur noch Wahlkampf.
Wenn Sie eine Entscheidung in der Fraktion fordern und zugleich sagen, dort hat Laschet "starke Truppen" – dann wäre das doch ein Rennen, das von vornherein pro Laschet wäre, oder?
Ob Laschet eine Mehrheit hat, weiß ich nicht. Viele Kollegen schauen im Hinblick auf die Wahlchancen auch zu Söder. Sowohl im Norden, was ja auch ungewöhnlich ist – als auch in anderen Teilen. Ich höre aus dem Osten viele, die sich nur Söder vorstellen können.
Hand aufs Herz: Für wen sind Sie als Kanzlerkandidat von CDU und CSU?
Es muss derjenige machen, der die größten Chancen hat, die Wahl zu gewinnen. Und wenn man sich die Umfragen anschaut, wäre das Söder. Ich würde das unterstützen, weil ich das beste für die CDU will.

Autor

  • Sven Kuhnen Redakteur

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 9. April 2021, 22 Uhr