Metall-Tarifverhandlungen haben mit Demo begonnen

  • IG-Metall will sechs Prozent mehr Lohn
  • Arbeitszeit soll auf 28 Wochenstunden kürzbar sein
  • Aufruf zur Demonstration in Hamburg
Trillerpfeifen in einer Plastiktüte
Bild: DPA | Christian Charisius

Für die mehr als 150.000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland haben am Mittwoch die Tarifgespräche begonnen. Verhandelt wurde in Hannover, Hamburg und Osnabrück. Anfang Dezember sollen die Gespräche fortgesetzt werden. In Hamburg gab es zum Auftakt einen Demonstrationszug durch die Innenstadt, an dem sich rund 1000 Metallarbeiter aus ganz Norddeutschland beteiligten.

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld. Außerdem will die Gewerkschaft für die Beschäftigten einen Anspruch auf eine zeitweilige Verkürzung der Arbeitszeit zur Erziehung von Kindern oder zur Pflege von Angehörigen durchsetzen.

IG Metall spricht von "Frage der Gerechtigkeit"

Die Arbeitgeber wiesen dies als "völlig unrealistisch" zurück. "Die Forderungen gehen völlig an der Realität vorbei, auf Seite unserer Unternehmen ist dafür kein Verständnis vorhanden", erklärten Niedersachsenmetall-Verhandlungsführer Torsten Muscharski und Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt.

Der Verhandlungsführer für die IG Metall in Niedersachsen, Thorsten Gröger, sagte, die Arbeitgeber verhielten sich stur. Angesichts der hervorragenden konjunkturellen Lage der Metall- und Elektroindustrie sei dieses Verhalten grotesk und vermessen. "Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass es sich nicht nur die gut Verdienenden leisten können, zugunsten der Kindererziehung und Pflege die Arbeitszeit zu reduzieren."

Anfang Dezember soll die nächste Verhandlungsrunde stattfinden

Dagegen betonten die Arbeitgeber, ein Anspruch auf 28-Stunden- Teilzeit untergrabe die Personalplanung in den Betrieben, verschärfe den Fachkräftemangel und schaffe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Beschäftigten. "Denjenigen, denen nach Willen der IG Metall ein Entgeltausgleich auf Grund von familiären Umständen zukommen soll, stünden diejenigen gegenüber, die zu regulären Bedingungen einer Teilzeitbeschäftigung nachgingen."

Die nächsten Verhandlungsrunden sind für den 6. Dezember in Hannover und für den 8. Dezember in Lübeck geplant. Am Silvestertag endet dann die Friedenspflicht und zum Jahresbeginn könnten die ersten Warnstreiks an der Küste aufflammen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 15. November 2017, 7 Uhr