Treffen von Bund und Ländern: Was ändert sich für Hotspots wie Bremen?

Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Sperrstunde: Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten einigten sich nach stundenlangen Beratungen auf mehrere Maßnahmen.

Michael Müller, Angela Merkel und Markus Söder halten eine Pressekonferenz ab.
Am Mittwoch hat sich Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder auf neue Corona-Regeln verständigt. Bild: DPA | Stefanie Loos

In Berlin haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über mögliche neue Corona-Regelungen beraten. Vor allem für Hotspots wurden neue Regeln beschlossen. Bremen ist einer dieser Hotspots – am Mittwoch lag der maßgebliche Inzidenzwert bei 79,8 – und somit deutlich über den Grenzwerten 35 und 50. Daher treffen die neuen Maßnahmen auch auf Bremen zu.

Am späten Abend präsentierte die Bundeskanzlerin die Beschlüsse bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt. Demnach soll ab einem Inzidenzwert von 35 eine erweiterte Maskenpflicht gelten, und zwar an allen Orten, an denen Menschen länger oder dichter zusammenkommen. Dies könnte beispielsweise Innenstädte oder Wochenmärkte betreffen.

Wir müssen uns dem Virus nicht irgendwie ergeben, sondern wir können gegen das Virus ankämpfen

Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin

Auch bundesweit Sperrstunde und Kontaktbeschränkungen

Auch private Feiern sollen bald stärker eingegrenzt werden. Ab einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche sollen nur noch zehn Personen an Feiern teilnehmen dürfen. In Bremen traf diese Grenze bislang nur auf Feiern zu, bei denen Alkohol getrunken wird – nun soll sie generell gelten. Außerdem dürfen diese zehn Teilnehmer nur aus zwei Hausständen kommen.

Des Weiteren dürfen sich in Hotspots mit einem Inzidenzwert von über 50 künftig nur noch maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Diese Regelung trifft auf Bremen so nicht zu, da die Regeln hier bereits strikter sind – in Bremen dürfen seit Montag im öffentlichen Raum ohnehin nur maximal fünf Menschen zusammenkommen.

Außerdem wird künftig eine Sperrstunde für die Gastronomie ab 23 Uhr Pflicht für Städte und Regionen werden, die einen Inzidenzwert von über 50 aufweisen. Auch diese gilt in Bremen bereits seit Montag.

Keine Entscheidung zu Beherbergungsverboten

Der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hält die getroffenen Beschlüsse für sinnvoll.

Nach der heutigen Ministerpräsidenten-Konferenz sehe ich den Bremer Kurs im Kampf gegen die Corona-Pandemie bestätigt.

Andreas Bovenschulte (SPD), Bürgermeister

Die Maßnahmen würden demnach im Wesentlichen das widergeben, worauf sich der Senat bereits verständigt habe: "Eine Sperrstunde für die Gastronomie, strenge Reglementierungen für private Feiern und eine Maskenpflicht dort, wo der erforderliche Abstand nicht eingehalten werden kann."

Zur umstrittenen Maßnahme der Beherbergungsverbote – Bovenschulte hätte dieses gerne gekippt – gab es keine Einigung. Bis zum 8. November soll nun die Wirksamkeit der Beherbergungsverbote für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten überprüft werden.

Bund und Länder beschließen striktere Regeln für Corona-Risikogebiete

Video vom 14. Oktober 2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel trägt einen Mund-Nasenschutz und zeigt mit einem Stift auf etwas.
Bild: DPA | Michael Kappeler

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Oktober 2020, 19:30 Uhr