Bremer Politik und Wirtschaft lehnen Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab

  • Menschen stecken sich laut Wirtschaftsressort derzeit nur selten am Arbeitsplatz an
  • Problematisch wären eher Reisen und Partys
  • CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hatte Idee zur Pflicht geäußert
Eine Frau sitzt mit einer Mund-Nasen-Bedeckung an dem Schreibtisch.
Eine mögliche Maskenpflicht am Arbeitsplatz stößt in Bremen auf Gegenwind von Politik und Wirtschaft (Symbolbild). Bild: Imago | Panthermedia

Das Bremer Wirtschaftsressort zeigt sich skeptisch gegenüber der Idee von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, bundesweit eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz einzuführen. Zur Zeit würden sich die Menschen eher weniger am Arbeitsplatz und öfter auf Reisen oder Partys anstecken, so ein Sprecher auf Anfrage von buten un binnen.

Auch die Bremer Wirtschaft hält nicht viel von der Idee. Vorrang sollten technische Schutzmaßnahmen haben, heißt es von Seiten der Arbeitnehmerkammer. Gemeint seien etwa die räumliche Trennung von Arbeitnehmern – um Kontakte zu reduzieren und Abstände einzuhalten. Erst, wenn die betrieblichen Abläufe keinen ausreichenden Schutz bieten würden, kämen persönliche Schutzmaßnahmen wie Masken in Betracht.

Auch Arbeitgeber, die in den Unternehmensverbänden im Land Bremen organisiert sind, finden eine bundesweite Maskenpflicht im Büro ohne Publikumsverkehr falsch: Es gebe überhaupt keine Notwendigkeit, so der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände gegenüber buten un binnen. Die Betriebe sollten im Einzelfall weiter selbst entscheiden dürfen, ob es eine Maske als letztes Mittel zum Einsatz kommt.

Maskenverweigerer in der Bahn: So wird jetzt in Bremen kontrolliert

Video vom 17. August 2020
Mehrere Kontrolleure der BSAG stehen in einer Straßenbahn.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 24. August 2020, 17 Uhr