Innensenator fordert Schließung des Bordells in der Bremer Neustadt

Ulrich Mäurer kritisiert das Wirtschaftsressort. Er hätte eine Genehmigung für das "Eros69" niemals erteilt. Bezüge zu den in Bremen verbotenen Hells Angels seien offensichtlich.

Video vom 18. Februar 2021
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer im Interview.
Bild: Radio Bremen

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) fordert das Wirtschaftsressort auf, die Betriebsgenehmigung für das Bordell "Eros69" in der Duckwitzstraße zu widerrufen. Der Grund: Mäurer hält es für offensichtlich, dass die in Bremen verbotenen Hells Angels das "Eros69" betreiben. Das gelte auch für das Bordell, das im Bahnhofsviertel entstehen soll. Auch in diesem Fall erwarte er, dass das Wirtschaftsressort keine Erlaubnis erteilt, so Mäurer.

Die Polizei hat einen Bericht vorgelegt. Da sieht man eindeutig, wer dort arbeitet, wie die Strafregister aussehen und welche Bezüge es zu den Hells Angels gibt. Es ist offensichtlich, wer das Bordell betreibt. Ich hatte da nie einen Zweifel.

Ulrich Mäurer (SPD), Innensenator

Mäurer kritisiert das Wirtschaftsressort, das dem Bordell in der Neustadt 2019 eine Genehmigung erteilt hatte. Als Innensenator hätte er eine solche Gemehmigung niemals erteilt.

Möglicherweise sieht das Wirtschaftsressort das anders. Aber dann müssen wir die Sache streitig austragen.

Ulrich Mäurer (SPD), Innensenator

Seine Forderung erläuterte Mäurer auch in der Innendeputation der Bremischen Bürgerschaft. Dort habe er keinen Widerspruch erfahren, sondern breite Zustimmung. Der Innenbehörde wie auch den Deputierten sind somit die Verflechtungen der Betreiber mit der verbotenen Rockergruppe zu eng. Man habe sich im Kampf gegen die Hells Angels etwas erkämpft und das müsse geschützt werden, meinte der Innensenator: "Man muss unterbinden, dass man ihnen (den Hells Angels, Anm. der Redaktion) nun eine Brücke bietet, von einem Bordell zum nächsten zu gehen und damit das Rotlichtmilieu in Bremen zu organisieren". Eine Antwort der Wirtschaftsbehörde steht noch aus.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. Februar 2021, 19:30 Uhr