Bremer Lürssen-Werft will Stellen bei Blohm+Voss in Hamburg abbauen

Stellenabbau bei Blom+Voss

Audio vom 1. Oktober 2021
Werksgelände der Werft Blohm+Voss in Hamburg
Bild: Imago | Lars Berg
Bild: Imago | Lars Berg
  • Blohm+Voss soll verkleinert werden
  • Standort in Hamburg sei nicht wettbewerbsfähig
  • Lürssen will die Marine- und Yachtsparte außerdem stärker voneinander trennen

Die Kürzungspläne bei Blohm+Voss seien bei einer Versammlung der Belegschaft vorgestellt worden, teilte das Unternehmen mit. Blohm+Voss hat derzeit etwa 580 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Geschäftsführer Lürßen sagte, man habe der Belegschaft angeboten, 500 Jobs auf die kommenden viereinhalb Jahre zu sichern. Dies sei von den IG-Metall-Mitgliedern aber abgelehnt worden. Wie viele Jobs nach den geänderten Plänen verloren gehen sollen, wurde nicht mitgeteilt. Der 2016 von der Bremer Lürssen-Werft übernommene Standort in Hamburg sei weiterhin nicht wettbewerbsfähig, sagte Geschäftsführer Peter Lürßen.

Die Hamburger Werft solle sich künftig auf zwei Geschäftsfelder konzentrieren: den Neubau und die Endausrüstung von Marineschiffen sowie den Umbau und die Wartung von Luxusyachten, sagte Lürßen. Das Geschäft mit Handelsschiffen und die Wartung von Kreuzfahrtschiffen werde aufgegeben. Geprüft werde auch, welche Docks, Hallen und Lagerplätze noch gebraucht werden. Lürßen sprach von einem "Konzept, das die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und damit sichere Arbeitsplätze zum Ziel hat."

Lürssen trennt Yacht- und Marinesparte

Die Lürssen-Werft, die über mehrere Standorte in Norddeutschland verteilt ist, gab auch bekannt, dass sie Yachtbau und Marineschiffbau organisatorisch trennen werde. Bau und Wartung von Marineschiffen sind künftig unter der Dachmarke NVL (Naval Vessels Lürssen) organisiert. Den Bau von Luxusjachten lässt die Lürssen-Werft weiter unter dem Namen Lürssen laufen. "Um unsere Kompetenzen als Schiffbauer und unsere Infrastruktur an unseren Werftstandorten optimal auszuschöpfen, haben wir uns dazu entschieden, beide Sparten klar voneinander zu trennen", sagte Gesellschafter Friedrich Lürßen.

In der Marinesparte NVL ist der Neubau von Schiffen bei Blohm+Voss und auf der Peene-Werft in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) angesiedelt. Für Reparaturen sind die Neue Jadewerft in Wilhelmshaven und die Norderwerft in Hamburg zuständig. Die Aufspaltung könnte es Lürssen nach Einschätzungen in der Branche erleichtern, im Marinegeschäft Zusammenschlüsse zwischen Werften zu organisieren. Die Politik fordert immer wieder, dass die im internationalen Vergleich kleinen deutschen Marinewerften zusammengehen.

Im Mai 2020 hatten Lürssen und die Werft German Naval Yard (GNY) in Kiel mitgeteilt, ihren Bau von Marineschiffen zusammenlegen zu wollen. Bei dem milliardenschweren Fregatten-Geschäft ist Lürssen nur Subunternehmer und arbeitet im Auftrag der niederländischen Damen-Werftengruppe.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. Oktober 2021, 20 Uhr