Käufer für Bremer Lloydhof ist offenbar gefunden

Die jüngere Geschichte des Lloydhofs in der Bremer Innenstadt ist keine wirkliche Erfolgsgeschichte. Wegen des großen Leerstands kaufte Bremen das Büro- und Geschäftsgebäude. Ein Investor sollte stattdessen ein Einkaufszentrum errichten. Doch die Pläne scheiterten, weshalb der Lloydhof nun wieder zum Verkauf stand. Bis Juni lief das Bieterverfahren, und nun scheint ein neuer Eigentümer gefunden zu sein.

Ganz in trockenen Tüchern ist es zwar noch nicht, aber der neue Besitzer des Lloydhofs ist wahrscheinlich eine Immobilienfirma aus Bayern. Die Denkmalneu GmbH aus Bad Heilbrunn gab dem Einvernehmen nach das höchste Gebot für den Geschäfts- und Bürokomplex in der Bremer Innenstadt ab. Und da die Wirtschaftsbehörde den Lloydhof in einem sogenannten "Höchstpreisverfahren" zum Kauf angeboten hatte, dürfte der Verkauf an die Denkmalneu GmbH erfolgen.

Es wird mit allen, die Angebote abgegeben haben, gesprochen – vor allem mit jenem, der das höchste Angebot hatte.

Nadja Niestädt, Bremer Wirtschaftsbehörde

Offiziell bestätigen will Nadja Niestädt von der Bremer Wirtschaftsbehörde den Verkauf noch nicht: "Was wir bestätigen können, ist, dass uns Angebote von potenziellen Käufern des Lloydhofes vorliegen. Einer davon ist der Höchstbietende." Wie viele Interessenten es insgesamt gibt, wollte Niestädt nicht sagen. Auch zur Höhe der Gebote machte sie keine Angaben.

Angebot von mehr als 20 Millionen Euro

Denkmalneu bestätigte, sich an dem Bieterwettbewerb beteiligt zu haben. Das Gebot habe bei mehr als 20 Millionen Euro gelegen, teilte das Unternehmen mit. Die Landesregierung Bremen hatte Ende 2012 den Lloydhof für rund 24 Millionen Euro gekauft, um die Innenstadtentwicklung voranzutreiben. Der Gebäudekomplex am Ansgarikirchhof sollte abgerissen werden und einem großen Einkaufszentrum weichen. Doch das Neubauprojekt scheiterte 2015, weil ein Investor absprang.

Denkmalneu hat sich nach eigenen Angaben mit seinen Tochtergesellschaften darauf spezialisiert, Bestandsgebäude zu sanieren und umzuwidmen. Konkrete Pläne für den Lloydhof sind noch nicht bekannt.

Verhandlungen ziehen sich noch über Monate

Nadja Niestädt
Nadja Niestädt von der Bremer Wirtschaftsbehörde

Laut Niestädt von der Bremer Wirtschaftsbehörde folgen in den kommenden Monaten Gespräche, wie der Verkauf abzuwickeln wäre. Auch müssten auf beiden Seiten noch Gremien ihre Zustimmung geben. Deshalb rechnet Niestädt damit, dass das Verkaufsprozedere für den Lloydhof erst zum Jahresende abgeschlossen sein könnte.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. Juli 2017, 19:30 Uhr