Bremer Linke halten an Oberschulen und Gymnasien fest

  • Delegierte stimmen für zweigliedriges Schulsystem für weitere zehn Jahre
  • Linke bestätigt damit einen ausgehandelten Schulkonsens
  • Langfristig will die Partei eine "Schule für alle" einführen
Sonderparteitag der Bremer Linken
Kristina Vogt, die Fraktionschefin und bildungspolitische Sprecherin, warb für den Konsens, der mit SPD, Grüne und CDU ausgehandelt wurde.

Die Bremer Linke hat sich am Freitagabend für den Schulkonsens ausgesprochen. Auf einem außerordentlichen Landesparteitag stimmten rund drei Viertel der Delegierten dafür, das zweigliedrige Schulsystem aus Oberschule und Gymnasium für weitere zehn Jahre zu erhalten. Zugleich soll mehr Geld in die Schulen in Bremen und Bremerhaven fließen. Auf den Schulkonsens hatten sich vor gut zwei Wochen SPD, Grüne, CDU und Linke geeinigt.

Nach langer Diskussion setzte sich die Parteiführung am Ende klar mit ihrem Antrag durch. Man habe viel erreicht, warb die bildungspolitische Sprecherin der Linken Kristina Vogt für den Konsens. Die anderen Parteien hätten nicht eine der linken fachlichen Forderungen abgelehnt: Mehr Geld und mehr Personal für Schulen vor allem in den ärmeren Stadtvierteln habe man durchgesetzt. Die Gymnasien abzuschaffen sei derzeit nicht mehrheitsfähig. Die Gegner des Konsenses kritisierten, dass das Ziel der "einen Schule für alle" in dem Papier fehlt. Außerdem stünden alle Pläne unter Finanzierungsvorbehalt. Die Delegierten beschlossen außerdem, dass die Partei in den kommenden Jahren ein Konzept erarbeitet, wie das zweigliedrige Schulsystem in Gesamtschulsystem überführt werden kann.
Als einzige der vier am Schulkonsens beteiligten Parteien legte die Linke den Text einem Parteitag zur Abstimmung vor. SPD, Grüne und CDU hatten die Zustimmung lediglich per Vorstandsbeschluss bekräftigt.

Als Teil der Meinungsbildung hatte die Partei die betroffenen Institutionen um Stellungnahmen gebeten. Zu Beginn des Parteitags sprach sich vor allem der Zentrale Elternbeirat für den Schulkonsens aus: "Wir können jetzt keine Strukturreform gebrauchen," sagte Vorstandssprecher Pierre Hansen. Auch die GEW sprach sich trotz zahlreicher Kritikpunkte für den Schulkonsens aus. Klar dagegen bezog der Vertreter der Gesamtschülervertretung Position. Er lehnte den Schulkonsens ab, weil das Ziel der "einen Schule für alle" nicht enthalten sei.

Dieses Thema im Programm: Bremen eins, Nachrichten, 29. September 2018, 6 Uhr