Der virtuelle Christian Lindner

FDP-Chef Christian Lindner war am Mittwoch der Stargast beim Wahlkampf-Höhepunkt der Bremer FDP – allerdings schaffte er es nur per Video-Übertragung nach Bremen.

Bühne mit Leinwand und Videoübertragung

 

Normalerweise wird im Modernes in der Bremer Neustadt getanzt und gefeiert. Am Mittwochabend gehörte das ehemalige Theater und Kino allein der FDP. Die Liberalen haben zum großen Wahlkampf-Highlight geladen. Doch bereits zu Beginn der Veranstaltung macht sich ein wenig Ernüchterung breit unter den etwa 350 Gästen.

Der Stargast des Abends, FDP Bundesparteichef Christian Lindner, wird nicht kommen. Lindner musste seinen Auftritt kurzfristig absagen, er hat eine wichtige Landtagssitzung in Nordrhein-Westfalen. Lindner soll stattdessen per Skype zugeschaltet werden. Die ersten Gäste verlassen daraufhin enttäuscht die Veranstaltung.

Die beginnt zunächst mit der Vorführung eines FDP-Wahlwerbespots und einer kurzen Vorstellung der anderen Gäste. Das sind neben der Bremer Spitzenkandidatin Lencke Steiner die Hamburgerin Katja Suding und der Finanzexperte Hermann Otto Solms.  Anschließend folgt der langersehnte Auftritt von Christian Lindner. Und die Live Schaltung aus Düsseldorf klappt. Überlebensgroß erscheint Lindner auf der Leinwand.

Lindner spricht die Themen an, die seine Fans hören wollen

Obwohl der 38-Jährige nur virtuell dabei sein kann, kann er den Großteil des Publikums mitreißen und es mit seiner Art für sich einnehmen. Lindner spricht die Themen an, die seine Zuschauer und Fans hören wollen: Er redet locker über die Digitalisierung Deutschlands, über bessere Bildung und über andere Akzente in der inneren Sicherheit. Lindner gibt sich so, wie man ihn auch aus dem Fernsehen kennt.

Das Ziel der FDP sei es, drittstärkste Kraft im Bundestag zu werden, sagt Lindner. Dabei warnt er eindringlich vor einer zu starken  AfD. Die sei eine völkische Partei. Den Rest seiner Meinung über die Alternative für Deutschland bleibt leider undeutlich. Es gibt technische Probleme mit der Leitung nach Düsseldorf. Und so beendet Lindner seinen virtuellen Auftritt nach gerade einmal fünf  Minuten und 30 Sekunden. Mit einem „Tschüss,  macht‘s gut“ verabschiedet sich der Stargast des Abends. So ganz scheint es mit der Digitalisierung bei der FDP noch nicht zu klappen.

Doch die meisten Zuschauer schien das nicht zu stören. Lindner habe einen super Auftritt hingelegt, sagt eine junge Erstwählerin. Sie wisse, nun wen sie wählen werde am 24. September. Und auch vielen älteren Gästen hat der Kurzauftritt des FDP Chefs sichtlich gefallen. Für die Liberalen war der Abend im Modernes auf jeden Fall ein Erfolg.

  • Thomas Becker-Glauch

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 13. September 2017, 23 Uhr