Niedersachsen hilft Meyer-Werft mit gut 20 Millionen Euro

  • Das Land Niedersachsen hat sich mit Werft-Führung auf mehrere Maßnahmen geeinigt
  • Geld soll in den Hafen und umweltfreundliche Antriebssysteme investiert werden
  • Werft-Chef geht von deutlicher Schrumpfung des Unternehmens aus
Das Betriebsgelände der Meyer-Werft in Papenburg aus der Luft.
Die Papenburger Meyer-Werft ist, in Tonnage gerechnet, Deutschlands größter Schiffbauer. Bild: DPA | Tobias Bruns

Das Land Niedersachsen will die Meyer-Werft mit mehr als 20 Millionen Euro unterstützen. Das ist das Ergebnis eines runden Tisches mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) in Papenburg. Im Gegenzug soll die Meyer-Werft vertraglich eine Garantie für den Standort Papenburg geben.

Der größte Teil des Geldes fließt in den Papenburger Hafen. Er soll mit Landesmitteln für einen zweistelligen Millionenbetrag ausgebaggert werden. Mit sieben Millionen Euro fördert das Land innovative Projekte der Werft. So sollen zum Beispiel umweltfreundliche Antriebssysteme für Kreuzfahrtschiffe weiterentwickelt werden. Auch an den Kosten für die Ems-Passagen der Ozeanreisen will das Land sich beteiligen. Dazu zählen Gebühren für das Ems-Sperrwerk und Lotsenschiffe. Ob Stromleitungen für die Schiffe höher gelegt werden können, dazu laufen Althusmann zufolge noch Gespräche mit dem Umweltministerium.

Minister verlangt Standort-Garantie

Der Minister verlangt im Gegenzug von der Meyer-Werft, dass das Unternehmen vertraglich den Standort Papenburg garantiert. Werft-Chef Bernard Meyer machte am Freitag jedoch erneut deutlich, dass das Unternehmen mangels neuer Aufträge schrumpfen müsse. Zu einem möglichen Stellenabbau wollte er noch keine Zahlen nennen. Meyer sagte vor etwa 200 demonstrierenden Arbeitern nur, das Unternehmen wolle so wenig betriebsbedingte Kündigungen wie möglich.

Seit Ausbruch der Pandemie brauchen die Reedereien keine neuen Kreuzfahrtschiffe. Die Meyer-Werft bemüht sich, Absprachen über das Strecken ihres Auftragsbestands zu treffen. Statt drei sollen jährlich nur noch zwei Luxusliner die Werft in Papenburg verlassen. Erst wenn diese Vertragsänderungen unter Dach und Fach seien, lasse sich abschätzen, wie viele Jobs bei der etwa 3.600 Personen zählenden Stammbelegschaft wegfallen. Das Unternehmen rechnet damit, über die kommenden Jahre 1,5 Milliarden Euro einsparen zu müssen.

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 11. September 2020, 12 Uhr