Fachkräftemangel: Der Geno fehlen 20 Ärzte und 40 Pflegekräfte

  • Wegen fehlender Pfleger mussten immer wieder Betten gesperrt werden
  • Notfallversorgung in Krankenhäusern der Gesundheit Nord nicht betroffen
  • Bundesweit fehlen laut Krankenhaus-Barometer rund 17.000 Pflegekräfte
Ein leeres Krankenhausbett steht auf einem Flur.
Aufgrund des Fachkräftemangels bleiben bundesweit immer wieder Krankenhaus-Betten leer. (Archiv) Bild: Imago | photothek

In Bremen fehlen beim kommunalen Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) aktuell mehr als 20 Ärzte und rund 40 Pflegekräfte. Das teilte Geno-Sprecher Rolf Schlüter auf Anfrage von buten un binnen mit. Bundesweit sind in Krankenhäusern bis zu 17.000 Stellen in der Pflege unbesetzt. Das geht aus dem aktuellen Krankenhaus-Barometer hervor. Laut der Umfrage des deutschen Krankenhausinstituts (DKI) haben drei Viertel aller Krankenhäuser Probleme, offene Stellen zu besetzten.

Anders als in anderen Krankenhäusern habe es bei der Geno deshalb aber keine Einschnitte in der Notfallversorgung gegeben, sagte Schlüter. Allerdings mussten immer wieder geplante Eingriffe abgesagt werden und ein Teil der insgesamt knapp 3.000 Betten abgemeldet werden, weil die neuen Untergrenzen für das Pflegepersonal anders nicht eingehalten werden konnten.

Kliniken warnen vor "dramatischer Situation"

"Die Situation verschärft sich dramatisch. Die Politik muss dringend wirksame Gegenmaßnahmen zur Entlastung des Personals ergreifen, sonst steuern wir auf eine ernste Versorgungskrise hin", erklärte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. Vor allem die Anforderungen der Bürokratie müssten abgebaut werden. "Wenn wir hier nicht gegensteuern, frustrieren wir die Mitarbeiter und gefährden die gute Behandlung und Pflege unserer Patienten", sagte der Präsident der DKG.

Auch die wirtschaftliche Situation der Kliniken hat sich laut der Umfrage spürbar verschlechtert. 40 Prozent der Häuser haben Verluste geschrieben. 2017 waren es noch 30 Prozent. Nur jedes fünfte Krankenhaus beurteilt seine wirtschaftliche Lage als gut. Bei der Geno schlägt 2019 ein Verlust von rund 28 Millionen Euro zu Buche. Als Folge wurde die Geno-Chefin Jutta Dernedde von Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) freigestellt und der Klinikverbund soll umstrukturiert werden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 27. Dezember 2019, 16 Uhr