Bremer Senat verschiebt Entscheidung über Innenstadt-Konzept

  • Senat wollte heute, vier Wochen nach City-Gipfel, konkrete Projekte vorstellen
  • Maßnahmenkatalog liegt aber frühestens nächste Woche vor
  • Budget von zehn Millionen Euro angesetzt
Die leere Bremer Sögestraße in der Bremer Innenstadt.
Hier soll bald wieder mehr los sein: Die Bremer Innenstadt (Archivbild). Bild: DPA | Oliver Baumgart

Der Bremer Senat hat seine Entscheidung über das geplante Aktionsprogramm zur Aufwertung der Bremer Innenstadt verschoben. Frühestens in der nächsten Woche soll jetzt der Katalog mit den vorgesehenen Maßnahmen vorgelegt werden. Zehn Millionen Euro will die Stadt ausgeben, um die City wieder attraktiver zu machen.

Maßnahmen sollen Menschen in die Innenstadt locken

Eigentlich wollte der Senat schon heute das Aktionsprogramm für die Bremer City beschließen. Doch das Ziel, konkrete Projekte gerade einmal vier Wochen nach dem so genannten Innenstadt-Gipfel im Bremer Rathaus vorzustellen, war zu ambitioniert. Das ist aus mehreren der beteiligten Senatsressorts zu hören.

Das Programm soll trotz Kaufhausschließungen, Leerständen und Käuferschwund – auch durch Corona – der City wieder auf die Beine helfen. Die Maßnahmen sollen Menschen in die Innenstadt locken, zum Beispiel durch Veranstaltungen, kleine Attraktionen oder schlicht Sitzbänke. Im Gespräch sind außerdem ein freies WLAN-Netz, weniger Autos auf der Martinistraße, ein attraktiverer Domshof oder Gratis-Busse und Straßenbahnen in der City sowie ein neues Café auf dem Theaterberg.

Geld soll aus Corona-spezifischem "Bremen-Fonds" kommen

Die schwierige Lage der Innenstadt hat sich durch Umwälzungen im Handel zugespitzt und ist durch die Corona-Krise noch verschärft worden. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hatte das Ganze jüngst zur Chefsache gemacht. Die Spitzen manch anderer Senatsressorts fühlten sich brüskiert. Ein Problem: Die zehn Millionen Euro sollen aus dem Bremen-Fonds kommen – einem Topf, der nur angezapft werden darf, um Folgen der Corona-Krise abzumildern. Bei allen Maßnahmen will der Senat nun nachweisen, dass sie Pandemie-bedingte Probleme beseitigen. "Hieb- und stichfest" – wie ein Insider betont. Auch dafür braucht die Verwaltung offenbar noch Zeit.

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Autor

  • Folkert Lenz

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 18. August 2020, 7 Uhr