Kommentar

Öffentlicher Nahverkehr in Bremen muss attraktiver werden

Um mehr Menschen zum Bus- und Bahnfahren zu bewegen, braucht es Geld und Ideen, meint Frank Schulte – und sieht darin eine Aufgabe für die kommende Regierung.

Eine Straßenbahn an der Haltestelle Domsheide in Bremen spiegelt sich in einer Pfütze.
Die Radio Bremen Meinungsmelder finden den ÖPNV in Bremen und umzu zu teuer.

Soviel wird spekuliert in diesen Tagen, wer denn in welcher Konstellation nach der Wahl am 26. Mai regieren wird. Doch egal wer es sein wird, eine Aufgabe steht fest: Der Bus- und Bahnverkehr in Bremen und umzu muss attraktiver werden. Und das liegt weniger an den Faktoren wie Sauberkeit und Pünktlichkeit – da schneiden Bus und Bahn in der Umfrage der Radio Bremen Meinungsmelder ziemlich gut ab.

Es liegt am politisch gesetzten Rahmen. Zuvorderst: Die Kosten. Bus und Bahnfahren wird aus Sicht des Einzelnen immer teurer. Zu teuer, um deutlich mehr Menschen, die noch nicht mit Bus und Bahn fahren, für den ÖPNV zu gewinnen. Sowohl kostenseitig als auch inhaltlich (Verbindungen, Taktung etc.) ist der ÖPNV für viele Menschen momentan nicht attraktiv genug – ganz zu schweigen davon, dass er eine bedenkenswerte Alternative zum Auto sein könnte. Genau das ist aber notwendig. Aus ökologischen Gründen, ebenso wie aus verkehrstechnischen Gründen. Viele Ideen in den Wahlprogrammen der Parteien gehen in die richtige Richtung.

Von 365 Euro zahlen und ein Jahr ÖPNV nutzen (Grüne), über freies Fahren für Kinder und Jugendliche (SPD), kostenloses Monatsticket ab Klasse fünf (CDU), bis hin zu komplett frei (Linke). Noch mehr Ideen sind nötig. In Aschaffenburg zum Beispiel fährt man mit dem ÖPNV immer samstags kostenlos. Ergebnis: Mehr Fahrgäste und mehr Menschen, die eigentlich eher weniger mit dem ÖPNV zu tun hatten.

Letztlich ist es eine Frage des politischen Willens und des Geldes. Wie immer vor Wahlen findet sich natürlich nichts darüber, wo das Geld herkommen soll. Vom (scheidenden) grünen Verkehrssenator weiß man aber ja immerhin, dass ihm die Parkgebühren in Bremen viel zu niedrig sind.

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  • Frank Schulte

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. April 2019, 19:30 Uhr