Kommentar

Zerstört sich die AfD von allein?

Die Bremer AfD will mit einem neuen Landeschef wieder auf Kurs kommen. Kommentator Jochen Grabler meint: Die Partei ist ein Sumpf aus Intrigen und Machtgeilheit.

Der neue Landesvorsitzende der AfD, Peter Beck im Interview.

Was wir schon geahnt haben: Diese Bremer AfD ist am Ende. Ganz ohne Bürgerprotest, ganz ohne Antifa. Zerstören, das machen die ganz allein, mit Karacho. Mehr können sie auch nicht. Was sich gestern erneut gezeigt hat: Diese AfD ist ein Sumpf von Intrigen und Animositäten, von Geldgier und Machtgeilheit. Und sie ist tief gespalten. Nicht politisch, von Politik ist diese Partei so weit entfernt wie der Mond. Sondern persönlich. Was genau der Grund ist, weshalb daran auch ein neuer Landesvorsitzender nichts ändern wird. Der will "Frieden" in die Partei bringen, sagt er. Soll man eher weinen oder lachen über so viel Naivität angesichts des Hasses der beiden Lager aufeinander?

"Diese Herrschaften sind charakterlich ungeeignet"

Den Magnitzen und Jürgewitzen und ihren jeweiligen Mitläufern ist eines nämlich gemein: Ihr Programm heißt "IchIchIch". Mehr haben die nicht drauf. Wir haben es zu tun mit einer Ansammlung verbitterter, egomanischer und arbeitsscheuer alter Männer, die ihre Energie nicht in gute Vorschläge für Bremen investieren, sondern ausschließlich darauf verwenden, auf den anderen loszugehen. Und zwar in der eigenen Partei. So geht das jetzt seit Monaten. Eindeutiger Befund: Diese Herrschaften sind charakterlich ungeeignet für jede Position, in der sie Verantwortung für Menschen haben. Solchen Maulhelden würde man nicht mal die Kaffeekasse anvertrauen. Geschweige denn das Wohl des Landes.

Politisch hätte es für sie ja was zu tun gegeben, wenn sie denn gewollt hätten. Themen gibt's genug. Sogar eigene, lauthals vorgetragen. Sie hatten ja auch noch quasi bis vorgestern harte Oppositionsarbeit versprochen. Das war eine glatte Lüge. Politik für Bremen ist den Magnitzen und Jürgewitzen und ihren Mitläufern ebenso pupsegal wie ihre Wähler. Sie haben Partei und Fraktion in zwei arbeitsunfähige Minigruppen gespalten. Das können sie. Politik können sie halt nicht. Taugenichtse, die sich jetzt vier Jahre lang schön durchfüttern lassen. Hatte Bremen vor mehr als 25 Jahren mit der DVU schon mal, hat Bremen jetzt wieder.

"Da ist nichts mehr zu erwarten"

Diese AfD ist also ein erledigter Fall, da ist nichts mehr zu erwarten. Bleiben zwei Fragen: Merken die AfD-Wähler langsam, welche arbeitsscheuen Figuren sie da schon wieder in die Bürgerschaft geschickt haben? Wäre ganz schön. Und zweitens: Merken die Bremer Parteien, also die demokratischen, alle (!) demokratischen, dass die gleichermaßen unendliche wie elende Diskussion über den "Umgang mit der AfD" nun erledigt ist? Dass Empörung über Hassreden nicht ausreicht, um solchen Leuten beizukommen? Dass jetzt die wirkliche Arbeit losgehen könnte? Dass es klug wäre, sich jetzt tatkräftig um diejenigen zu kümmern, die diesen talentlosen politischen Rattenfängern hinterhergetaumelt sind? Vergangene Woche war Bürgermeister Bovenschulte in einem sogenannten Problemstadtteil. Ein Anfang. Ich würde sagen: Weitermachen!

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 16. September, 8:35 Uhr