Bremer Kohlekraftwerk am Hafen geht nächstes Jahr vom Netz

  • SWB erhält im Gegenzug Ausgleichszahlungen
  • Über die Höhe ist Stillschweigen vereinbart worden
  • Bundesweit werden 317 Millionen Euro ausgezahlt
Kohlekraftwerk Bremen-Hafen und Mittelkalorik-Kraftwerk (von links), Bremen, Deutschland
Bald ist Schluss: Spätestens Mitte 2021 soll das Kohlekraftwerk am Hafen abgeschaltet werden. Bild: DPA | Bildagentur-online/Schoening

Das Bremer Kohlekraftwerk Hafen wird im kommenden Jahr stillgelegt. Das hat der Betreiber SWB bestätigt. Der Ausstieg erfolge spätestens Mitte 2021, vielleicht auch früher. Für die Stilllegung erhält das Unternehmen Ausgleichszahlungen der Bundesnetzagentur. Über die Höhe sei Stillschweigen vereinbart worden, so die SWB.

Rund 100 Beschäftigte bekommen andere Jobs

Durch die Stilllegung spare Bremen jährlich 1,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen ein. Das sind nach Angaben der SWB rund 10 Prozent der bremischen Gesamtemissionen. Die rund 100 Beschäftigten des Kraftwerks Hafen würden künftig anderweitig eingesetzt. Am Ende sei es bei nahezu allen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelungen, sie weiter zu beschäftigen. Insgesamt seien vom Kohleausstieg rund 170 SWB-Beschäftigte betroffen, so das Unternehmen.

Bundesweit erhalten die Betreiber für die Abschaltung ihrer Kohlekraftwerke 317 Millionen Euro. Die Auktion der Bundesnetzagentur stieß dabei auf großes Interesse der Unternehmen und war mehrfach überzeichnet. Insgesamt elf Gebote für eine Menge von insgesamt 4.788 Megawatt erhielten schließlich einen Zuschlag.

Ab 2027 gibt es keine Entschädigungen mehr

Die Ausschreibungen sind Teil der Gesetzgebung zum Kohleausstieg und sollen die Betreiber dazu bewegen, Steinkohleanlagen aus eigenem Antrieb abzuschalten – vor allem solche Anlagen, deren Abschaltung die größte CO2-Einsparung bei gleichzeitig den geringsten Stilllegungskosten bedeutet. Künftig sollen weitere Ausschreibungsrunden folgen. Ab 2027 kann die Bundesbehörde dann Steinkohlekraftwerke ordnungsrechtlich stilllegen. Entschädigungen gibt es dann nicht mehr.

Erfreut über die bevorstehende Stilllegung des Bremer Kraftwerkes zeigte sich die Umweltschutzorganisation BUND. Das sei ein großer und wichtiger Schritt für den Klimaschutz im Land Bremen. Darauf dürfe sich die Politik nun aber nicht ausruhen. Die Kohlekraftwerke in Hastedt und Farge müssten nun ebenfalls schnellstens stillgelegt werden, so die Umweltschützer.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Viernews, 1. Dezember 2020, 16 Uhr