Betriebsrat fordert Stopp des Grundstücksverkaufs am Klinikum Mitte

  • Ehemaliges Gelände soll fast komplett an Investoren gehen
  • Betriebsrat hält das für einen Fehler
  • Das Gelände werde für das Klinikum benötigt
Klinikum Bremen Mitte und Umgebung aus der Luft gefilmt
Das ehemalige Gelände des Klinikums Mitte sollte nicht an Investoren verkauft werden, fordert der Betriebsrat.

Der Betriebsrat des Klinikums Bremen Mitte spricht sich gegen den Verkauf des ehemaligen Klinikgeländes an der St. Jürgen-Straße aus. Es soll beinahe vollständig an Investoren gehen, heißt es in einer Pressemitteilung des Betriebsrates. "Das ist ein Fehler", sagt Manfred Kölsch, Betriebsratsvorsitzender am Klinikum Bremen Mitte.

Es gebe mehrere Gründe, die dafür sprächen, dass Gelände zu halten. Bereits jetzt würden nicht alle Institute in den Neubau des Klinikums passen, sagt der Betriebsrat. Deshalb brauche das Klinikum die alten Flächen, um auf medizinische Entwicklungen reagieren zu können.

Betriebsrat fordert günstigen Wohnraum für Klinik-Mitarbeiter

Aber nicht nur aus medizinischen Gründen ist es laut Betriebsrat wichtig, die Flächen zu behalten. Denn das neu gebaute Kinderkrankenhaus Bremen werde nach derzeitigem Bebauungsplan keinen eigenen Spielplatz mehr haben. Dabei sei ein Spielplatz mit zum Teil therapeutischen Außenanlagen wichtig für kranke Kinder.

Auch die Mitarbeiter der Bremer Krankenhäuser könnten laut Betriebsrat davon profitieren, wenn die Flächen gehalten werden würden. Denn es fehle an bezahlbarem Wohnraum in Bremen. "Die steigenden Mieten werden zunehmend zu einem Problem", so Kölsch in der Pressemitteilung. Auf dem alten Krankenhausgelände brauche es deshalb günstigen Wohn­raum für Normalverdiener. Die Bremer Politik müsse ihre Pläne für das Gelände an der St. Jürgen-Straße prüfen und anpassen, fordert der Betriebsrat.

Gesundheitssenatorin ist zwiegespalten

Die Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard ist zwiegespalten. Denn die Linken-Politikerin ist auch Aufsichtsratsvorsitzende der Gesundheit Nord (Geno). Es sei wichtig, das Ganze im Senat nochmal zu überdenken, sagt sie zu buten un binnen. "Das Finanzloch schreit auf der einen Seite und auf der anderen Seite müssen wir aber eine andere Profilbildung haben. Das heißt, sie haben im Grunde genommen auf beiden Seiten der Problematik eine zugespitzte Lage." Die große Herausforderung sei nun, sich für eine der beiden Richtungen zu entscheiden.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. Januar 2020, 19:30 Uhr