Kindeswohl in Gefahr? 1.750 Verdachtsfälle im Land Bremen gemeldet

  • Zwei Drittel der Meldungen stellten sich später als falsch heraus
  • Gut 40 Prozent der Meldungen kamen aus Bremerhaven
  • Dort sind die Fallzahlen im Jahresvergleich gestiegen
Kind wehrt sich mit ausgestreckten Armen
Bild: Imago | blickwinkel

In fast 1.750 Fällen haben die Jugendämter im Land Bremen im vergangenen Jahr Meldungen über Gewalt gegen oder Vernachlässigungen von Kindern bekommen. Das geht aus Daten des Statistischen Landesamtes in Bremen hervor.

Etwa zwei Drittel der Verdachtsfälle auf Gefährdung des Kindeswohls stellen sich später als falsch heraus. Dennoch: Mehr als jeder sechste im vergangenen Jahr gemeldete Fall wurde als "akute Kindeswohlgefährdung“ eingeschätzt. Dazu gehören in erster Linie Vernachlässigungen sowie körperliche und auch seelische Misshandlungen.

Meldung hören:

Audio vom 14. Juli 2020
Kind wehrt sich mit ausgestreckten Armen
Bild: Imago | blickwinkel

Mehr Verdachtsfälle in Bremerhaven

Sexuelle Gewalt spielt den Zahlen nach dabei nur eine geringere Rolle. Gut 40 Prozent aller landesweiten Verdachtsfälle kamen im vergangenen Jahr in Bremerhaven auf. Besonders betroffen sind der Statistik nach vor allem zwei Altersgruppen: Kinder zwischen drei und sechs Jahren, sowie Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren. Zwar wurden im vergangenen Jahr landesweit weniger Verdachtsfälle auf eine Kindeswohlgefährdung gezählt als noch 2018. In Bremerhaven allerdings sind die Fallzahlen angestiegen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 14. Juli 2020, 21 Uhr