Nach Protest: Neue Chance für Bremerhavener Kennedy-Brücke

  • Oberbürgermeister schlägt Probebetrieb für sechs Wochen vor
  • Er reagiert damit auch auf Kritik von Bürgern
  • Endgültige Entscheidung über Radweg soll im Herbst fallen
Ein Radfahrer will die Kennedybrücke überqueren. Von links kommt ein Lkw.
Bisher fehlt ein Radweg auf der Kennedy-Brücke – der soll nun probeweise eingerichtet werden.

Im Streit um einen möglichen Radweg auf der Kennedy-Brücke in Bremerhaven hat Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) einen neuen Anlauf angekündigt. Er regte an, zunächst für sechs Monate eine Spur für Radfahrer auf der Brücke einrichten. Danach solle dann entschieden werden, ob diese Spur auch bestehen bleibt. Hunderte Bürger hatten den Radweg zuletzt in einem offenen Brief gefordert. Die große Koalition in Bremerhaven hat die Spur für Radler bisher aber abgelehnt. Sie wird darüber nun erneut beraten.

Grund für den Vorschlag sei aber nicht nur der Protest der Bürger, sondern auch die anstehende Sanierung der Alten Geestebrücke. "Durch die ab Mai anstehende Sanierung und der damit verbundenen Vollsperrung der Alten Geestebrücke ist mit einer erhöhten Frequenz durch Radfahrende und Fußgänger auf der Kennedybrücke zu rechnen", so Grantz. Im Zuge dieses nach der Straßenverkehrsordnung zulässigen Probebetriebs von mindestens sechs Monaten könnten die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss beobachtet werden. "Mit den Erfahrungswerten kann dann faktenbasiert eine endgültige Entscheidung zur Radwegführung auf der Kennedybrücke getroffen werden", sagt Grantz.

Nach Ostern will Grantz sich mit den Initiatoren des offenen Briefes und Vertretern der Politik zusammensetzen. "Entsprechende Beschlüsse zur vorübergehend geänderten Radwegführung könnten bereits in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung gefasst werden", so Grantz weiter. Die findet am 2. Mai statt. Die endgültige Radwegführung auf der Kennedybrücke solle dann im Herbst, unter Beteiligung der Bürgerinitiative und der politischen Vertreter, im Ausschuss für öffentliche Sicherheit beschlossen werden.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 16. April 2019, 6 Uhr