Bremen verschärft Quarantäne-Regeln – Ausnahmen für Geimpfte

  • Kontaktpersonen müssen künftig schneller in Quarantäne
  • Ausnahmen für Menschen mit vollem Impfschutz
  • Auch einige Genesene müssen nicht mehr in Quarantäne
Video vom 20. April 2021
Claudia Bernhard im Interview
Bild: Radio Bremen

Der Bremer Senat hat am Dienstag strengere Quarantäne-Regeln beschlossen. Das teilte das Bremer Gesundheitsressort mit. Wer mindestens zehn Minuten engen Kontakt – unter 1,50 Meter Abstand – zu einem Infizierten hatte, ohne eine Maske zu tragen, muss künftig in Quarantäne. Bisher lag die Grenze bei 15 Minuten.

Auch das Limit für Kontakte in nicht ausreichend gelüfteten Räumen wurde von 30 auf zehn Minuten abgesenkt. Das gilt laut Behörde auch dann, wenn bei dem Treffen die ganze Zeit FFP2-Masken getragen wurden. Die Quarantäne dauert 14 Tage. Sie kann frühestens ab dem zehnten Tag durch ein negatives Testergebnis beendet werden.

Erste Lockerungen für Geimpfte

Vollständig geimpfte Kontaktpersonen sollen künftig jedoch nicht mehr in Quarantäne müssen – allerdings nur, wenn sie schon beide Impfungen bekommen haben. Ein vollständiger Impfschutz besteht ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung, heißt es in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde.

Das heißt, die Zweitimpfung muss auch schon 14 Tage zurückliegen.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard
Claudia Bernhard, Bremer Gesundheitssenatorin

Menschen, die schon eine Corona-Infektion mit Symptomen überstanden haben, soll auch von der Quarantäne-Regel ausgenommen werden. Allerdings gelten diese Lockerungen nicht für Bewohner von Pflegeheimen und Patienten in medizinischen Einrichtungen.

Bremer Senat will Geimpfte von Quarantäne-Regeln befreien

Video vom 20. April 2021
Die Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard im Interview.
Bild: Radio Bremen

Trotz Impfung gibt es laut Bernhard Risiken

Senatorin Bernhard sprach sich für einen "Mindestfortschritt" aus. "Wir können uns nicht immer und ewig zurückhalten und einsperren", sagte sie buten un binnen. Doch die aktuelle Lage erlaube keine Lockerungen. Jeder Schritt müsse flankiert sein von den bekannten Corona-Maßnahmen wie zum Beispiel den Abstandsregeln. "Wir dürfen nicht über die Stränge schlagen", so Bernhard weiter.

Ich warne ganz intensiv davor, zu glauben, bloß weil man geimpft ist, würde man nicht ansteckend sein beziehungsweise es könnte nicht doch noch mal zurückschlagen. Das ist ein ganz wichtiger Appell. Das Risiko ist geringer, aber es ist nicht weg.

Claudia Bernhard, Gesundheitssenatorin (Linke)

Auch für Infizierte haben sich die Regeln geändert: Sie können die Quarantäne frühestens nach 14 Tagen beenden. Aber nur, wenn sie zwei Tage symptomfrei sind, der behandelnde Arzt zustimmt und ein negatives Testergebnis vorliegt. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Antigen- oder einen PCR-Test handelt.

Die Änderungen greifen jedoch erst, wenn sich der Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuss der Bürgerschaft damit beschäftigt hat. Die Sitzung ist am Mittwoch für 14 Uhr angesetzt.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. April 2021, 19:30 Uhr