Häfensenatorin will sich nicht in Stellenabbau bei Eurogate einmischen

  • Beteiligte bräuchten Ruhe, um verhandeln zu können.
  • Sie sei aber in Gesprächen mit den Hafenarbeitern, so Senatorin Schilling
  • Bei Eurogate stehen mehrere Hundert Arbeitsplätze auf der Kippe
Eine Frau steht vor einer Ramme an einer Kaje.
Hafensenatorin Claudia Schilling (SPD) zu Besuch beim Neubau der Kaje 66 im Überseehafen in Bremerhaven. Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner

Bremens Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) sieht keinen Grund dafür, dass sich die Politik beim geplanten Stellenabbau des Hafenunternehmens Eurogate stark einmischt. Das Unternehmen befinde sich in einem Umstrukturierungsprozess, sagte sie am Rande des ersten Rammschlags für die Sanierung einer Kaje im Überseehafen in Bremerhaven. Man müsse den Beteiligten Ruhe geben, um verhandeln zu können. Sie selbst sei aber in Gesprächen mit den Hafenarbeitern. Eurogate hatte angekündigt, die jährlichen Betriebskosten bis 2024 um bis zu 84 Millionen Euro drücken zu wollen. Mehrere Hundert Arbeitsplätze in Hamburg und Bremerhaven stehen auf der Kippe.

In Bezug auf die laufenden Kooperationsgespräche zwischen der Hamburger HHLA und der Bremer Eurogate versicherte die Senatorin, das es sich weiterhin nur um Sondierungen handele. Es gelte, kreative Lösungen zu finden. Der Wettbewerbsdruck mit ausländischen Häfen sei groß. Wichtig sei ihr, dass beide Partner gleichberechtigt sind und dass das Unternehmen auch weiterhin einen Sitz in Bremen hat.

Der heute in einen nächsten Abschnitt eingetretene Neubau der Kaje 66 ist Teil einer Erneuerungsstrategie, mit denen die Häfen auch in Zukunft wettbewerbsfähig sein sollen, so Schilling. Die Hafengesellschaft Bremenports investiert hier knapp 18 Millionen Euro. Je zur Hälfte finanziert von Land und Bund. Mit der Kaje solle die Zufahrt zur Nordschleuse gesichert werden, die jedes Jahr von rund 2.000 Schiffen passiert werde. Bis Herbst 2021 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Weitere wichtige Projekte seien demnach der Neubau der Columbuskaje, der Neubau der Nordmole in der Einfahrt zur Geestemündung und der Kapazitätserweiterung bei der Hafeneisenbahn, die bereits im Haushalt hinterlegt seien.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. November 2020, 16 Uhr