Wein fürs Kind – 5 erstaunliche Fakten zur Bremer Jacobs-Dynastie

Die Bremer Kaffeemarke Jacobs wird 125 Jahre alt. Wir verraten, warum der Gründer zunächst illegal rösten musste und was die Firma mit einem Fußball-Star zu tun hat.

Drei Metalldosen vom Jacobs Kaffe

1 Weinprobe für den Geschmack

Christian Jacobs (Archivbild)
Christian Jacobs ist der älteste Sohn des Unternehmers Klaus J. Jacobs (1936–2008) aus der Bremer Kaffeeröster-Dynastie. Bild: Imago | IPON

Christian Jacobs ist der jüngste Erbe der Kaffeedynastie. Damit er einen genauso feinen Geschmackssinn entwickeln konnte wie seine Vorfahren, sollte er alles Mögliche probieren; und das schon im Kleinkindalter: Bereits mit zwei Jahren bekam Christian Jacobs ein Glas Rotwein für den Geschmackstest auf dem Esslöffel serviert. Als Kind sollte der heutige Unternehmer auch viele Kaffeesorten probieren.

Regelmäßig bis zum Abitur besuchte er den sogenannten "Cupping Room". Dort haben die Chefs der Kaffeemarke verschiedene Sorten verkostet, auch blind. Vor allem Christians Großvater Walther Jacobs war es wichtig, dass seine Enkel ganz früh einen guten Geschmackssinn entwickeln.

2 Ein Jahr schwarz geröstet

Der Gründer der Kaffeemarke Jacobs, Johann Jacobs, arbeitete erst in einem Kolonialwarenladen und eröffnete 1895 sein erstes Spezialitätengeschäft. Dort gab es alles zu kaufen: Von Schokolade über Kaffeebohnen bis hin zum Biscuit. Mit dem Rösten fing der Kaufmann erst 1906 an und das schwarz. Denn Johann Jacobs hatte noch keine Genehmigung von der Stadt. Die kam erst ein Jahr später, 1907.

3 Max Lorenz bei Jacobs entdeckt

Max Lorenz mit "Hummel" 1965
Max Lorenz belädt einen Kaffeewagen in der Obernstraße. Fast zehn Jahre arbeitete er bei Jacobs. Bild: Staatsarchiv Bremen | Willy Pilzecker

Sport hat bei Jacobs eine lange Tradition. 1957 gründeten 13 Mitarbeiter die "Betriebssportgemeinschaft Jacobs". Ein späterer Fußball-Star ist sogar in der Betriebssportmannschaft entdeckt worden: Max Lorenz.

Mannschaftskameraden, die auch bei Werder spielten, erkannten sein Talent. Immer wieder wurde er angesprochen, bis er dann selbst bei Werder mitspielte. 1965 holte er den Meistertitel mit Werder Bremen, bis 1970 spielte er in der deutschen Nationalmannschaft. Bei Jacobs arbeitete er fast zehn Jahre, teilweise parallel zu seiner Karriere als Fußball-Profi. Mit seinem Kaffee-Auto lieferte er Kaffee an Kunden aus. Sein Verkaufsgebiet war Bremen-Nord. Den Kaffeebus durfte er auch privat nutzen. Oft fuhr er damit direkt zum Trainingsplatz.

4 Jacobs-Schriftzug blendet Schiffsverkehr

Noch heute steht der große Jacobs-Tower mit dem Schriftzug an der Langemarckstraße in Bremen. Das war auch schon in den 1970er Jahren der Fall. Allerdings waren die Buchstaben am Anfang viel zu hell beleuchtet. Die Binnenschiffe waren dadurch irritiert und verstanden den Schriftzug als Signale für den Schiffsverkehr. Daraufhin gab es eine Rüge von der Stadt Bremen. Das Unternehmen musste den gesamten Schriftzug herunternehmen und durch eine gedimmte Variante ersetzen.

Bürogebäude an der Weser mit Jacobs-Logo auf dem Dach.
Noch heute ist der Tower an der Langemarckstraße ein wichtiges Symbol für die Marke Jacobs.

5 Model aus Wien als Werbestar

Karin Sommer war die große Werbe-Ikone von Jacobs Kaffee in den 1970er und 1980er Jahren. Sie war ähnlich bekannt wie Ariel-Klementine, die Bären von Bärenmarke oder der Persil-Mann. Die Figur "Karin Sommer" wohnte mit ihrer Familie im Grünen und verkörperte klischeehaft das Bild der guten Hausfrau, die eine Tasse Kaffee schnell auffüllt, wenn sie leer geworden ist. Was kaum jemand weiß: Karin Sommer hieß eigentlich Xenia Katzenstein und war als österreichische Schauspielerin und Model bekannt, also alles andere als eine Hausfrau. Außerdem war ihr Wiener Dialekt so stark, dass sie in jedem Werbespot komplett sychronisiert werden musste.

Autorin

  • Anna Berkhout

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Januar 2020, 19:30 Uhr