Das ist Bremens jüngste Abgeordnete

Die neue Bremische Bürgerschaft hat ihre Arbeit aufgenommen. Auch Janina Brünjes, die jüngste Abgeordnete, ist dabei. Was sie vorhat – und was ihr wichtig ist.

Janina Brünjes
Janina Brünjes schaffte mit 23 Jahren den Sprung ins Landesparlament.

Erst 2013 trat die Bremerhavenerin Janina Brünjes in die SPD ein. Jetzt, nur sechs Jahre später, sitzt sie in der Bürgerschaft. Sie wurde in das Parlament gewählt – und ist dort nun die jüngste Abgeordnete. Mit 23 Jahren ist sie 44 Jahre jünger als der Polit-Älteste Frank Magnitz (AFD).

"Ich freue mich auf den Tag", sagte sie am Mittwoch, kurz bevor die Bürgerschaft zum ersten Mal zusammentrat. Besonders vorbereitet hat sie sich aber nicht, ihre bisherigen Erfahrungen in der Politik dürften für das neue Amt auch Vorbereitung genug gewesen sein. Einfaches Mitglied, Juso-Vorsitzende, Vize-Chefin des SPD-Unterbezirks als Stellvertreterin von Ex-Senator Martin Günthner, dazu ein Politik-Studium in Bremen: So lief ihre Laufbahn bisher.

Berufliche Ambitionen außerhalb des Parlaments

Ist das nicht eine etwas glatte Politik-Karriere – und was kann sie denn aus dem "echten Leben" einbringen? "Wir sind ja keine hauptamtlichen Politiker", sagt Brünjes. Ihre beruflichen Ambitionen außerhalb des Parlaments verfolgt sie weiter. "Ich will neben dem Abgeordneten-Mandat meinen Master-Abschluss machen", sagt sie.

Selcuk Caloglu und Janina Brünjes der SPD Bremerhaven (von links) sitzen auf einem Würfel mit dem SPD Logo.
Selcuk Caloglu und Janina Brünjes gehören zum Bremerhavener SPD-Nachwuchs. Sie hat den Sprung in die Bürgerschaft geschafft, er wurde in die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Auch den Kontakt zum langjährigen Nebenjob im Bereich Buchhaltung will sie nicht verlieren. Sie will aber auch nicht ausschließen, dass sie in der Berufspolitik bleibt: "Das kann ich am ersten Tag natürlich überhaupt nicht sagen" – und auch der schnelle Weg in die Bürgerschaft habe sich vorher "überhaupt nicht abgezeichnet".

Doch nun sitzt sie erst einmal in der Bremischen Bürgerschaft und glaubt, dass sie auch wegen ihres Alters etwas beitragen kann: "Ich glaube, junge Menschen haben nochmal eine andere Sichtweise auf die Dinge. Zum Beispiel, dass wir weg müssen vom Denken in Legislaturperioden. Wir müssen uns die Städte eher in 20 oder 30 Jahren vorstellen", sagt sie.

Social Media für mehr Transparenz

Genauso wichtig ist es ihr, dass die politische Arbeit transparenter wird. "Social Media wird immer, immer wichtiger", glaubt die SPD-Angeordnete: "Ich bin selber auch auf ganz vielen Kanälen aktiv. Wir müssen dahin kommen, dass auch die etwas älteren dort mitmachen." Social Media sei keine Filterblase: "Nein, sondern da erreicht man echt die Menschen und schafft Transparenz".

Bildung und Wissenschaft sind Janina Brünjes' Schwerpunktthemen. Vor allem findet sie aber die innere Einstellung wichtig. ""In der SPD ist es wichtig, dass man für Projekte brennt, etwas bewegen möchte und auch gute Ideen hat, um die Dinge umzusetzen." Das kann sie nun als jüngste Abgeordnete in Deutschlands kleinstem Bundesland.

  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier beginnt, 3. Juli 2019, 8:15 Uhr