Bremens ehemaliger Wirtschaftssenator Josef Hattig gestorben

  • Früherer CDU-Politiker wurde 89 Jahre alt
  • Quereinsteiger war Wirtschaftssenator in Großer Koalition
  • Bürgermeister würdigt Hattig als "stets gradlinig und konsequent"
Josef Hattig (Archivbild)
Wurde über Parteigrenzen hinweg geschätzt: Josef Hattig. Bild: DPA | Ingo Wagner

Bremens ehemaliger Senator für Wirtschaft und Häfen, Josef Hattig, ist am 31. Juli 2020 im Alter von 89 Jahren gestorben. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) würdigte ihn als einen "Politiker von außergewöhnlichem Format, der stets gradlinig und konsequent seine Überzeugungen vertreten hat." Von 1997 bis 1999 war Hattig Senator für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie, ab 1999 kamen die Bereiche Häfen, überregionaler Verkehr und Außenhandel hinzu.

Der CDU-Politiker, Werder-Fan und Arbeitersohn war einer der wenigen Quereinsteiger aus der Wirtschaft, der ohne eine vorherige Parteikarriere in das Senatorenamt gewählt wurde, hieß es in einer Pressemitteilung. "Josef Hattig hat sein Amt mit großem Engagement und der ihm eigenen Hartnäckigkeit ausgeübt", so Bürgermeister Bovenschulte. Er sei ein Mann mit Profil und Visionen gewesen, der Konflikten nie aus dem Weg gegangen sei. Stets habe er das von ihm als richtig erkannte Ziel mit messerscharfem Verstand verteidigt und durchzusetzen versucht.

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Quereinsteiger war Wirtschaftsenator in Bremen

Politische Weggefährten und Freunde schätzten ihn als klugen, gebildeten und scharfdenkenden Analytiker. "Wir werden Josef Hattig nicht vergessen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren, unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen und Freunden", so Bovenschulte. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt: "Mit Josef Hattig verliert Bremen einen durchsetzungsstarken Wirtschaftspolitiker mit Ecken und Kanten, der Bremen als 'Marke' vorangebracht hat."

Von 1972 bis 1997 war Hattig Geschäftsführer der Brauerei Beck & Co. Als er 1997 das Senatorenamt übernahm, verlangte dieser "Seitenwechsel" ihm nach eigenem Bekunden einiges ab: Er musste "die Eigengesetzlichkeit der Politik begreifen", wie er es selber formulierte. 2003 verließ Hattig den Senat von Bürgermeister Henning Scherf (SPD) und führte nach seinen eigenen Worten wieder ein "selbstbestimmtes Leben".

Bremer CDU trauert

"Mit Josef Hattig verliert Bremen einen großen Demokraten und eine hoch verdiente Persönlichkeit der Bremer Wirtschaft", teilte der Geschäftsführer der CDU, Heiko Strohmann, mit. Josef Hattig habe die Zeit der großen Investitionen um die Jahrhundertwende in besonderem Maße geprägt. Als Senator brachte er die Themen Standortmarketing, Innovations- und Mittelstandsförderung sowie den Aufbau von Häfen und Logistik voran. Unternehmerisches Handeln in Bremen zu fördern und auch einzufordern war sein Markenzeichen. Hattig sei ein blitzgescheiter Mann, rhetorisch äußerst bewandert und oftmals überlegen gewesen. "Es hat wirklich Spaß gemacht, ihm zuzuhören. Er wird der CDU und Bremen als Mensch und prägender Geist fehlen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie", so Strohmann.

CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp äußerte seine Trauer über den Nachrichtendienst Twitter: Er habe Hattig als Gesprächspartner und Ratgeber immer sehr geschätzt.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. August 2020, 19:30 Uhr